Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1844
- Issue
- Heft 3
- Article
- Der Monotheismus in sittlicher Beziehung
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 393 (sequence 3)
- Language
- German
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Der Monotheismus in sittlicher Beziehung. 393 die Reihe der Gottheiten versetzen ließ (und gewiß ist eS, daß er mehr Unrecht hatte, für sich selbst Vergötterung in Anspruch zu nehmen). Aber tiefer konnte wohl die menschliche Würde nicht finken, entsetzlicher konnte wohl das Ebenbild Gottes feine Natur- Beherrschung nicht in Sklaverei verwandeln, als daß man allerlei „Thirre und Gewürm anbetete und Menschen als Opfer schlachtete." Und doch waren Thirre nicht blos in Ägypten, sondern auch Ln Indien hellig, wo noch das System der Seelenwandenmg durch thierische Leiber dazu kam, um den Sinn der Menschen zu verwirren. Auch im Gesetzbuchs der Perser schmerzt es, Thiere und Menschen in e.ine Kategorie gestellt zu sehen'), und ihre Religion, die doch so viele innere Keism ans dem hohem AlLerthume in sich birgt, erhebt sich nicht über einen, wenn gleich feinem, Fetisch- Dienst. An die Chinesen mit ihrem crassm, höchst materiellen Fetisch-Dienste, ist kaum nölhig zu erinr^m. Aber auch die Kulten der elastischen Volker blieben von ihm nicht frei, und schon in so fern, als die göttlichen Statuen selbst, der rohern Anschauung, die Gottheit zu sein schienen. Es gehört wohl hieher, wenn der Mensch sich so vielfach, in dem, was er unternahm von Natur-Erscheinungen abhängig machte, denen er höhere Kräfte, oder prophetische Bedeutsamkeit zutrauete. Wenn der Zug der Wolken, der Flug oder das Geschrei der Vogel, die Lage der Opfer-Eingeweide, oder auch die Art . und Weise, wie es den Hausthieren zu fressen beliebte, und noch so vieles Andere Prophezeiung sein konnte, wie sehr mußte ein solcher Aberglaube die siegende Freiheit des Menschen lahmen und welche Unruhe in sein ganzes Leben bringen! Die Gesetze des Monotheismus allein sind es, die auch hier auftreten, um jeden Aberglauben zu vernichren, die jede Anwendung desselben, jede Art von Zauberei, Beschwöruugs-Kunst und Zeicheudeutereien streng verbieten«), pen Menschen daraus Hinweisen, Ln jeder Lage des Lebens zu thun, was der einige, ein für alle Male klar erkannte S. z. B. Zend-Avesta, Vendidad Farg. XV. L Mos. 22, L7- Z Mos. L9, 25. AL. LO, 6. 27. 5 Mos. 16^ 9—14. 28 *