Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1844
- Issue
- Heft 3
- Article
- Der Monotheismus in sittlicher Beziehung
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 392 (sequence 2)
- Language
- German
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392 Der Monotheismus in sittlicher Beziehung. Natur-Gemälde des 104ten PsalmeS, nur in der Nacht hervoizutteten und keck von Gott ihren Bedarf zu fordern, „aber wie die Sonne aufgeht, ziehen sie sich zurück und strecken sich zu ihren Höhlen" denn: „es geht der Mensch ans an sein Werk und an seine Arbeit bis zum Abend." *) Wie weit blieb das Heidenthum hinter der Idee zurück, daß der Mensch, als Ebenbild, als Stellvertreter Gottes, größer, göttlicher sei, als die ihn umgebende Natur! Denn die Vielgötterei war in ihrer Basis Natur-Vergötterung. Es war natürlich, daß die Ahnung des Göttlichen, wenn sie sich nicht über die Mannigfaltigkeit und Verschiedenheit, den scheinbaren Widerspruch der Erscheinung zu dem geistigen Gedanken des Einen Schöpfers erheben konnte, zunächst bei dem stehen blieb, was durch seine Größe, durch das Geheimnisvolle seines Wesens, durch die Gewalt, oder das Segensreiche seiner Wirkungen, sinnlich ergriff. Diese glänzenden Gestirne in ihren unerreichbaren Hohen mit ihrem wunderbaren Auf- und Niedergänge, dieses, wie lebendig, wild stürmende Meer, dieser geheimnißvoll rauschende Wald, diese Thierwelt mit ihrem räthselhast sinnigen Thun, und in ihrer ahnungsdüstern Schweigsamkeit die so viel in ihrem Hintergründe zu bergen scheint — dies Alles regte die Phantasie mächtig an, es schien von Götterwacht erfüllt, ja sie selbst zu sein. Und so sank die Menschheit bis zum Fetisch-Dienste, bis zur Thier-Anbetung hinab. Wenn dir Israeliten in der Wüste sich ein goldenes Kalb unfertigen, dasselbe mit Neigen und Gesängen umringen und sprechen: „Dies ist dein Gott Israel, der dich aus Ägypten geführt," so scheinen sie uns von einem Wahnsinn ergriffen, und doch war das, wozu sich hier ein Theil des Volkes verleiten ließ, eben nur einer der heiligsten Cultcn der weisen Ägypter, die bekanntlich mit ihrer Verehrung nicht blos bei dem Stier Apis, als dem Bilde des höchsten Gottes (Osiris) stehen blieben, sondern auch sonst noch allerlei Gethier anbneteu. Es ist also nicht einmal so sehr ertravagant, als es auf den ersten Anblick scheint, es liegt nicht außer dem Bereiche heidnischer Ansichten, wenn ein Kaiser Noms, dem übiügmö das -Ärgste und Verstandloseste möglich, sein Pferd in ch V. L0- L3.