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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1844-01-01 · Heft 3 · p. Seite 394

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1844
Issue
Heft 3
Article
Der Monotheismus in sittlicher Beziehung
Date
1844-01-01
Page
Seite 394 (sequence 4)
Language
German
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394 Der Monotheismus in sittlicher Beziehung. Wille GoiteS sei und sich im Übrigen ruhig seiner Vorsehung zu überlassen. Der feste, Helle, vertrauende Aufblick zu dem Einen Gott, als dem allmächtigen, allweisen Leiter deS Lebens, ist allein fähig den Menschen wahrhaft über die Natur zu erheben und ihn, geistig neben Gott gestellt, über jede Art von vergötternder Überschätzung ihrer Erscheinungen, über jede Art von Aberglauben siegen zu lassen, .der auch in unserer Zeit noch nicht erstorben ist, weil — die lichte Erkenntniß noch nicht wahrhaft lebendig worden. Dies ist der Monotheismus in seinem sittlichen Gegensätze zum Heidenthume, wie sich dieser geschichtlich herausgestellt hat und dem Wesen und natürlichen Folgen nach Herausstellen mußte. Wir haben unö bereits dagegen verwahrt, daß wir durch diese Bemerkungen der Bewunderung des Alrerthums in seinen wahrhaft großen Leistungen Äinen Abbruch thun wollen, und wir können es nicht dringend genug wiederholen, da wir selbst diese Bewunderung in vollem Maße theilen. Es ist so viel Göttliches in dem Menschen, daß es sich selbst den Jrrthum unterordnen kann, um ihn als Hebel des Schönen und Großen zu benutzen. So ging aus jenen Mythen, aus jenem irrigen Götterdienste die Griechische Kunst hervor in ihrer edlen Größe, in ihrer immerdar bewundernswürdigen Harmonie und Herrlichkeit. So lebt in jenen Bauten, in jenen Bildwerken und Dichtungen ein Geist, der über dem Jrrthum stehet. Was dem Heiden Wahrheit war, wird uns Mythe, was ihm als Glaube galt, ist uns bloßes Bild und Gleichnifi, aber das Schöne, als solches, ist geblieben, in der vollen Wahrheit seiner ewigen Gesetze. Auch waren jene Männer, die in Mitten des heidnischen Lebens sich zu hellerm Blicke, zu reinerer Tugend, zu höherer, freierer Thatkraft erhoben, sie waren um so edler, um so größer, je selbstständiger sie dies thaten, je mehr sic auf sich selbst zurückgewiesen waren, in je größerm Widerspruche sie sich zur umgebenden Außenwelt sahen, und je inniger sic aus den eigenen Quellen des Lebens schöpfen mußten, um ihrer Zeit voranzueilen und sich über ihren Wahn und ihre Täuschungen zu erheben. Ja, je mehr die Jrrthümer des Heidenthums, nach seiner massenhaften Breite, nach seinen götzendienst-

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