Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1844
- Issue
- Heft 2
- Article
- Jüdische Zeitschriften
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 386 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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386 Nachrichten. Anschauungen zu Grunde liegt, auch für das religiöse Gebiet zu benützen, nicht aber schon durch die Verschiedenheit der Sprachen den Mangel an Durchdringung und Verschmelzung der Begriffe aus den verschiedenen Gebieten und damit den Widerspruch in dem Leben des Juden zu verewigen. Das Kernige und Gesunde, das in unfern gegenwärtigen Begriffskreis einzugehen vermag, muß und wird sich auch in unserer Sprache wiedergeben und behandeln lassen; das, was durch die Umsetzung in neue Worte, herausgerissen aus seinem Gewvhnheitskreise und seiner Umgebung, in denen es bisher sich ganz erträglich ausgenommen, nun plötzlich seltsam und ftemdartig wird, wird eben gezwungen, sich anzupassm oder ganz auszuscheiden. Die Behandlung der Gegenstände, welche früher eine eigentümliche^ Sprache sich geschaffen hatten und die teilweise gewissermaßen mit dieser Sprache verwachsen sind, weil sie nur in ihr eine begriffliche Geltung behaupten können, die Behandlung solcher Gegenstände, sage ich,- in der Muttersprache hat daher auch von dieser Seite einen bedeutenden Werth. In einer Zeit übrigens, wo Alles an der Öffentlichkeit wieder gesund werden soll, ist ein vereinzelter unverdienter Spott, eine Mißdeutung, die auch sonst nicht erspart wird, nicht in die Wagschale zu legen gegen den Vorwurf der Heimlichkeit, des unter sich Abmachens, welchen ein solches Unternehmen Hervorrufen muß. Auch die Sorge für jene Gegenden, in denen das Hebräische noch mehr Schriftsprache ist, kann nicht hoch angeschlagen werden. Diese sind nämlich entweder noch sowenig angehaucht von dem frischen Wehen des Geistes, daß sie nicht einmal Empfänglichkeit für das ihnen Dargereichte haben, und da ist alle Mühe unnütz: oder sie stehen ans dem Punkte, sich dem neuen Geistesleben anzuschließen, können aber aus Mangel an früherer Ausbildung nicht folgen, wenn es ihnen nicht auf die ihnen leichtere Weise zugänglich gemacht wird, allein da bleibtdoch immer das nicht zu umgehende Erforderniß, die lebenden Sprachen, die zu aller Bildung der neuen Zeit den Weg öffnen, sich anzueignen, da alle Vermittelung durch das Hebr. blos ein Stückwerk ist. Sollte jedoch das Bedürfniß nach einer hebräischen Zeitschrift irgendwo wirklich in der Übergangszeit so stark sein, so würde sich auch diese Gegend eine solche selbst schaffen wie ehedem Deutschland und jedenfalls dann die eigne Sehn-