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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1844-01-01 · Heft 2 · p. Seite 380

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1844
Issue
Heft 2
Article
Jüdische Zeitschriften
Date
1844-01-01
Page
Seite 380 (sequence 9)
Language
German
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380 ' Nachrichten. jener Gegend herrscht, und wenn diese gewichen sein wird, so werden auch die dortigen Inden in sich Mittel genug finden, zu ihrer eignen Erhebung, während Spenden nur dazu beitragen können, den frommen Müßiggang zu verewigen. — Jüdische Blätter, zumal wenn sie in Deutschland erscheinen, haben die Aufgabe, zunächst über deutsche Zustände und Bewegungen zu berichten, nicht blos weil diese es sind, die uns am Innigsten berühren, sondern weil Deutschland den Brennpunkt jüdischer Bewegung bildet und von da aus erst die Strahlen überallhin sich verbreiten. Mögen daher die jüdischen Blätter — auch die a. Z. d. I. liebt es, das Ausland voranzusiellen — es farblosen politischen Zeitungen überlassen, den Leser von-Allern früher zu nnterrichren als von vaterländischen Angelegenheiten^ wir haben es umsoweniger nöthig, als das Interesse der Mittheilungen in Deutschland das mannichfaltigste ist und die offene Aussprache in diesem Punkte keiner Beschränkung unterliegt.— Wenn wir nach der Tendenz des „Orients" fragen, so treten uns oft die Versicherungen des Herausgebers von' der vollsten Unparteilichkeit entgegen, wonach den entgegengesetztesten Mchtungen in demselben die freie Meinungsäußerung vergönnt werde. Ich habe schon in dem früheren Artikel über die Unerquicklichkeit einer solchen vorgeblichen Unparteilichkeit und besonders in einem Blatte, das umfassend auch die Litteratnr vertreten und beurtheilen will, gesprochen, und die Erfahrung bestätigt die dort geäußerten Bedenklichkeiten. Statt einer bestimmten Richtung werden dann nur zu leicht persönliche Sympathien und Antipathien der Maßstab für Aufnahme von Mittheilungen, und es kommt daher, daß die Unbefangenheit und die Würde dem „Orient" nur zu häufig fehlten; er enthüllte oft nicht die kranken Seiten des Lebens, er stellte sie in sich selbst dar, der Tadel ward nicht selten ein maßloses Pölttrn, das Lob ein unbegreifliches, der persönliche Groll fand eine Stätte, wo er sich ergießen konnte, die leider weitverbreitete Niedrigkeit, sich durch den Tadel Anderer den Heiligenschein beharrlicher Orthodo.rie zu verschaffen, konnte sich dort weitgespreizt ergehen. Ich glaube jedoch, die Zeit habe sich auch bereits hierin zum Bessern gewandt, diese Praktiken haben sich doch nun einmal alö nutzlos gezeigt, und wenn der „Orient" früher neberr vielem Gehaltvollen auch der Spiegel des Lebens in dieser Beziehung war^

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