Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1844
- Issue
- Heft 2
- Article
- Jüdische Zeitschriften
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 381 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Nachrichten. 381 —und ich brauche dafür nur auf dm Hamburger Tempelstreit, die hiesige Angelegenheit und dergl. hinzuweisen—, so hat er sich doch nun von dieser unwürdigen Seite abgewandt. Möge er nun fortfahren, für uns in dem Sinne der „Orient" zu sein, daß er uns immer zuerst die ausgehende Sonne verkündet. -Noch etwas früher als der „Orient" begann der „Israelit des 19ten Jahrhunderts" unter der Nedaction des Herrn Landesrabbiner Dr.Heß in Stadt-Lengsfeld seine Laufbahn, der bald den Anfangs gewählten Namen „der Erzähler" aufgab, zuerst blos alle vierzehn Tage erschien, dann sich zu einem Wochenblatte von einem halben Bogen erweiterte und von diesem Jahre an sich anschickt, eine weitere Ausdehnung zu gewinnen. Das Blatt verdankte sein Entstehen der redlichsten, wohlmeinendsten Absicht des Herausgebers, das größere Publikum von freisinnigem Standpunkte ans in einer demselben zugänglichen Weise zu belehren, in gleicher Art die neueren Thatsachen wie literarische Erzeugnisse mit kurzem Urtheile zu begleiten. Es scheint ihm dabei für das Gebiet der Nachrichten die „Dorfzeitung" vorgeschwebt, zu haben, die weniger Neues, mittheilt als vielmehr das bereits Bekannte in ein gesinnungsvolles, naiv-witziges Gewand kleidet. Daß das Blatt mit dieser Tendenz seinen hinlänglichen Leserkreis gefunden, sieht man aus dessen ununterbrochenem Erscheinen; daß es durch seine Offenheit und Ehrlichkeit sich die Freundschaft Vieler erworben, ist unbestreitbar: dennoch hat es. sich bis jetzt noch nicht zu der Bedeutung erheben können, die ihm schon als einem entschiedenen Organe zu wünschen ist, und seine Wirkung ans das^Leben, sowie das Interesse, das sich an dasselbe knüpft, steht der Wirkung und dem Interesse, welche die beiden andern Zeitungen sich zn erringen wußten, um Vieles nach. Es liegt dabei viel an äußern Umständen; während die „a. Z. d. I." und der „Orient" von dem Mittelpunkte Deutschlands, von dem Centralplatze des Buchhandels, von Leipzig aus rasch versendet werden, kriecht der „Israelit" etwas langsam aus dem unbekannten Hersftld nach, die Nachrichten sind veraltet, wenn man sie hier liest, und originell sind sie ohnedies selten/ weil es an Korrespondenzen mit wenigen Ausnahmen fehlte. Die gegenwärtig beabsichtigte Erweiterung des Blattes, das auch durch seine Beilagen im Sinne der noch, freilich