Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1844
- Issue
- Heft 2
- Article
- Jüdische Zeitschriften
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 379 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Nachrichten. 379 nicht die energisch eingreifenden Bestandtheile der Judenheit, sie bilden höchstens einen Theil des Vorhandenen, auf das die Wirkung gerichtet ist. In der That könnte man auch nicht sagen, daß der „Orient^ in dieser Beziehung seinem Titel ^entsprochen hätte, er befaßte sich mit den gegenwärtigen Fragen deS Lebens und der Wissenschaft, ohne einen orientalischen Maßstab immer zur Hand zu nehmen. Und doch drängte der Titel zu einer fast durchgehends befolgten Einrichtung, die für ein solches Blatt durchaus unangemessen erscheint. In dem Hauptblatte sind nämlich, wenn nur irgend möglich, die Nachrichten aus dem „Oriente" das erste, waS dem Leser entgegentritt) verdienen diese es aber wirklich, den Vorrang vor allem Übrigen einzunehmen? Wenn esbloßeEtiguetten- Artigkeit loäre, könnte, man es hingehen lassen; allein bei Gegenständen des frischen Lebens, der neuesten Geistesbewegung giebt es keine Etiquerten-Zugeständnisse, der Lebensvolle hat das Vorrecht. Aus dem Oriente aber, zu dem hier nicht etwa blos das an's Hofirtwerdeu gewöhnte Palästina gehört, sondern nicht minder Ägypten und Indien, die ganze Türkei und Japan, sind blos historische Zustände aus der. Vergangenheit, geographische Ungarn, statistische Notizen und dergl. mitzutheilen; die Berührung mit dem kräftigen Leben der Gegenwart bestand eine, Zeit lang höchstens in den endlosen nnv wie in solchen Ländern natürlich, auch resultatlosen Damascus-Erörterungen, besteht jetzt in der — Frage über die Palästinaspenden, ob sie Lehren gut verwaltet oder nicht. Es ist in jener wie in dieser Frage wohl ein Zeitinteresse, und sie verdienen Besprechung; allein ich bekenne offen, daß der Eifer, mit dem man sich besonders auf die erstere warf, und zwar in allen jüdischen Blättern und von'allen Seiten her, mir etwas übertrieben schien. Die Damascus-Angelegenheit war geeignet, die Erbärmlichkeit der türkischen Justiz und das elende Treiben mancher unter rohen Völkerschaften verweilenden untergeordneten Diplomaten anf- Zndecken, aber eine Frage der Judeuheit war sie nicht. Auch die Geschichte der bisherigen Verwendung der Palästinaspenden wirst ein grelles Licht auf die noch bestehende Herrschaft des Aberwitzes und zeigt, wie derselbe sich für Erhaltung seiner Herrschaft überall die Mittel anfzutreiben sich nicht scheut, aber einen reellen Nutzen werden diese Spenden niemals haben, so lange die Barbarei in