Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1844
- Issue
- Heft 2
- Article
- Jüdische Zeitschriften
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 378 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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378 Nachrichten, Mische Geschichte" zunächst der Gegenwart, und ein „Literatur- Blatt," das „Studien und Kritiken für jüdische Literatur" aufzunchmen bestimmt ist. Dieser Gedanke war für eine Zeitung und für die gegenwärtigen Verhältnisse ein sehr glücklicher. Die eigent- Rche Zeitung kann Abhandlungen und noch weniger einzelne Studien, solange sie nicht ein unmittelbares Resultat für das Leben darbieten, nicht gut aufnehmen; es widerspricht Dies ebenso ihrer Bestimmung, M Organ des Lebens, wie es auch dem größern Publikum, dem ste übergeben wird, wenig Zusagen würde, und dennoch verdienen einzelne Forschungen und Bemerkungen, welche bald berichtigen, bald arrregerr, die Mittheilung an dm Kreis, der durch sie belehrt und zu neuer Untersuchung veranlaßt werden soll. Während die Zeitschrift für jüdische Theologie das Vereinzelte, nicht in einen größern Zusammenhang Gebrachte, aus ihrem Kreise ausschtoß, wies auch bald die a. Z.. d. I. solche dem allgemeinen Interesse sernliegende Arbeiten ab; die „Annalen" wollten sie zwar gerne umfassen, aber auch sie gönnten ihnen nur einen engeren Raum, und außerdem fühlte man sich, wenn sie ausgenommen wurden, unbehaglich dabei: die kleinen Arbeiten erschienen da wie verloren, und das Publikum sah sich bald hier bald dort zu einem Sprunge ^genöthigt, so daß Keiner zu seinem Rechte kam. Durch die Gründung eines besondern Literatur-Mattes neben dem Hauptblatte, zu dem es zwar gehört, von demes jedoch unabhängig ist, wurde diesem Übelstande abgeholfm, und wirklich wurde durch dasselbe ein gewaltiger, freilich oft sehr wenig verarbeiteter Stoff herbeigeschafft, und die Litteratur wurde mit vielen interessanten Details bereichert. Eine gewisse Seltsamkeit gab sich jedoch -bereits in dem gewählten Titel des Blattes kund und wirkte auch in mancher Weise auf dessen Inhalt. Wenn das getreue Organ jüdischer Zustände und geistiger Bestrebungen den Titel „Orient" verdient, so muß der Orientalismus in Leben und Wissenschaft als überwiegendes Moment vorausgesetzt werden; kann aber Dies der unbefangene Beobachter der lebensvoll treibenden Gewalten unter den Juden der civilisirten Lärtter, namentlich Deutschlands, zugestehen? Mag immerhin manches Residuum aus der Vergangenheit, mögen die Juden der in Starrheit gebundenen Länder scharf auf jenen Ursprung Hinweisen; jenes ist picht daS kräftigt LÄensprimip, diese