Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1844
- Issue
- Heft 2
- Article
- Jüdische Zeitschriften
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 377 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Nachrichten. 377 Während des dreijährigen Cyklus, dm sie durchliefen, lieferten sie Vieles und Gehaltvolles; nur war'vielleicht eine gewisse Abschwächung der unmittelbaren Herzensmeinungen zu tadeln. Auch sie brachten aus allen Orten und vön den verschiedensten Personen Nachrichten, und es wurde sehr sorgfältig auf eine treue Wiedergabe der Ereignisse und Thatsachen gehalten, auch wurden viele gelehrte und wissenschaftliche Materialien dargeboten; allein man glaubte in den Äußerungen überall die Hand des feilenden, glättenden, mildernden, beschwichtigenden Herausgebers zu erblicken. Die Haltung war stets eine ruhige und würdige; allein es schien auch mehr ein Einregistriren der massenhaften Zustände durch Hülfe von Correspondenten zu sein, als der frische Abdruck der Lebensbewegung und der mnern Gährung. Das Urtheil war weniger das der lebhaft Wünschenden, der heftig Ringenden, als des ruhigen Geschichtschreibers, der seine eigene Theilnahme zu verbergen sich bemüht und daher kalt erscheint; die Zurechtweisung mehr die des besser Unterrichteten als des in seinem Gange Nufgehaltenen und daher wohl mit Recht auch etwas Entrüsteten. Und am Ende ist doch selbst an „Annalen-" selbst an der Chronik nicht die bloße Thatsache, sondern auch der an sie zur Zeit gelegte Maßstab, die Gluth der Überzeugung, die Schärft und Bitterkeit des Tadels, der Ungestüm des Wunsches charakteristisch, vielleicht fürErkenntniß des innern Lebens von noch größerer Bedeutung, es noch treuer abspiegelnd. Es mag nicht ganz irrig sein, wenn auch in der aus dieser scheinbaren Trockenheit vielleicht erzeugten geringeren Theilnahme des Publikums ein Grund für das Aufhören dieses Blattes gefunden wird, wenn auch nicht in Abrede zu stellen ist, daß der Wunsch des Herausgebers, größere Werke zu vollenden, und die erschwerte Concurrenz durch ein hinzugekommenes drittes Blatt den Gedanken, die Annalen eingehen zu lassen, zunächst hervorgerufen haben. v Vom Jahre 18L0 an erscheint nämlich von Herrn L. Fürst in Leipzig ein anderes Wochenblatt: „Der Orient, Berichte, Studien und Kritiken für jüd. Geschichte und Litteratur." Seinem Plane nach sollte es die volle Ausstrahlung des Lebens und zugleich die ins Einzelne eingehende litterar. Behandlung umfassen und theilte sich daher in ein HauptblalL, das die „Berichte für