Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1844
- Issue
- Heft 2
- Article
- Bruno Bauer und die Juden [Rezension]
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 367 (sequence 43)
- Language
- German
- Belongs to
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Bruno Bauer und die Juden. 367 ganz nach ihren Wunsche, sie geht über sie hinaus, während sie doch stricte Unterwerfung verlangen; aber wir lieben und verehren die großen Menschen, die selbst mit Liebe die Geister zu wecken und zu veredeln als ihre höchste Aufgabe betrachteten, die für unsere Freiheit zu kämpfen und nicht die eigene Herrschaft zu erringen trachteten, die Nachwelt ehrt sie ganz in ihrem Sinne, wenn sie weiterschreitmd über den von ihnen ungebahnten Standpunkt sich erhebt, ein jeder Sieg ist ihnen ein Triumph, wenn er auch nicht von ihnen errungen ist: sie sind nicht die kalten, marmornen, unnahbaren Götter, sie sind die warnten, theilnehmenden Freunde. Nun, so hat auch das deutsche Volk, so haben die Juden Mendelssohn geehrt, sie sind über ihn hinausgeschritten und haben mit Freundesblick doch immer auf ihn geschaut, auch seines ermunternden Blickes sicher. Denn allerdings ist die Geistesarbeit der Juden seitdem eine immer fortschreitende, immer sich erweiternde gewesen. Sie haben einen schwierigen Weg durchzumachen gehabt, und er ist noch nicht ganz geebnet; sie hatten und haben theilweise noch die mächtigsten Gewalten zu bekämpfen, die eigene durch eine traurige Geschichte von mehr als zwei Jahrtausenden wunderbar krystallisirte Starrheit, die Engherzigkeit des Privilegiums und die. vornehme Geringschätzung derer, die sich zu höherer Entwickelung herarrgereift dankten, zum Theile wirklich darin sich befanden, und ihr emsiges und unablässiges Bemühen hat immer neue Siegesresultate über alle diese Schwierigkeiten errungen. Es gehört jener abstracte Schwindet'Bauer's dazu, der es unter seiner Würde halten mag, das wirkliche Leben in seinem Detail zu verfolgen, um die großartige Entwickelung, die bereits vor sich gegangen ist, zu leugnen, von einer Theilnahmlosigkeit der Juden an den großen Fragen der Zeit zu fabeln, ihre Einstnßlosigkeit auf den gesammten Aufschwung zu behaupten. Und diese Mitwirkung ist nicht das Eigenthum einzelner Juden trotz ihrem Judenthttme, nein, es lebt sich immer mehr der jüdischen Gesamnltheir ein im Zusammenhänge mit ihrem Bekenntnisse, das Judenthnm selbst geht in alle Gestaltungen mit ein, die freilich ebensowenig einseitig von ihm wie von dem Christenthume hervorgeruftn werden, die vielmehr von dem immer mächtiger werdenden Geiste der Menschheit erzeugt werden, zu deren