Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1844
- Issue
- Heft 2
- Article
- Bruno Bauer und die Juden [Rezension]
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 366 (sequence 42)
- Language
- German
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366 Mcensronett» wirkt; und L<ssing, der umherschweifte und bald hier und bald dort pflückte? und Herder, der der neuen kantlschtn Weisheit sich entgegenstellte? Als wenn die allgemein Menschliche Kultur Nicht über der systematischen Philosophie stünde und diese nicht vielmehr ein Mittel zu jener wäre! Wer.zur Aufhellung der Begriffe, zur Beseitigung von Voxurtheiten, zur. Weckung eines geläuterten Sinnes Ln der Gesammtheit nachhaltig beiträgt, der schafft Menschliche Ideen in neuer Form, der facht den verborgenen Funken zur Flamme an, er kann für die Gesammtheit von wesentlicherem Nutzen sein als der Schöpfer eines neuen Systems, das neben seiner Kraft der Anregung auch Einseitigkeiten und Jrrthümer befestigt, die eine spätere Zeit erst wieder.Hinwegräumen muß. Mendelssohns Werke erschienen alsbald nach ihrer Veröffentlichung rasch in mehren Auflagen, und sie sollten nicht „der Menschheit geholfen," nicht das deutsche Volk gefördert haben? Seine Thätigkeit für die Juden besiegte alle die Hindernisse, welche sich ihr entgegenthürmtcn, bereitete auf die dm damaligen Umständen einzig angemessene Weift vor, und wir sollten durch keckes Leugnen fein Verdienst und seine Erfolge ihm wegdisputiren? Es mag sein, wir dürfen ihn vielleicht eher einen großen MeNschM nennen als einen großen Mann, aber ich dächte, nicht gerade zu seinem Nachtheile. Er stand vielleicht nicht unter der Herrschaft einer neu gewonnenes Krkmntmß, die er in die Welt hinauswerfen mußte, ohne selbst sie zurückhalten zu können, nicht ein unwiderstehlicher Drang trieb ihn M^dem er genügen mußte, gleichviel ob Segen oder Fluch dann erfolge, nicht stürmisch trat er hinaus mit dem treibenden Geiste, niedertretend und zerschmetternd, was sich ihm entgegenstellth mit ihm siegend oder unterliegend; nein, die Idee dev Menschheit trug er im Herzen, die Liebe bestelle ihn, da wog er und prüfte ^xda weckte er, strömte aus und bezwang sich, je Nachdem er fördern zu können glaubte oder das Licht zur Brandfackel umgewandelt zu sehen fürchtete, und so ward er ein Genius dir reinsten Menschenliebe, der Tugend und Frömmigkeit. Wir bewundern die großen Männer, wir erkennen sie an in ihrer großartigen Arbeit, wir danken -ihnen«für die Erweckung und Wie -Freiheitdis sie mittelbar-Mss'gewonnm, während sie uns eigentlich nutet ihren .Geist und Willen beugen wollten/ die Nachwelt ehrt sie, doch nicht