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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1844-01-01 · Heft 2 · p. Seite 365

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1844
Issue
Heft 2
Article
Bruno Bauer und die Juden [Rezension]
Date
1844-01-01
Page
Seite 365 (sequence 41)
Language
German
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Bruno Bauer und die Juden 363 sich für das strenge Halten am Gesetze selbst einen festen Standpunkt aneignen, und sein Schwanken in seiner Grundlegung ist sichtbar, dabei, mußten die rtnerquicklichen Beispiele einzelner Zeitgenossen, die durch ihren jähen Sprung atten sittlichen Halt im Leben verloren, ihm einen Schauer einflößen, der ihn zur Befestigung des Bestehenden trieb. Er mochte wieder mit feinem Freunde Lessing sprechen: „Nicht das unreine Wasser, welches längst nicht mehr zu brauchen, will ich beibehalten wissen: ich will es nur nicht eher weggegossen wissen, als bis man weiß, woher reineres zu nehmen > ich will nur nicht, daß man es ohne Bedenken weggieße, und sollte man auch das Kind hernach-in Mistjauche baden." Freilich ist die Zeit über diese Scheidungsansichten hinweggeschritten, aber erst nachdem diese hinlänglich vorbereitet haben; es ist der freudigste Lohn für einen Geisteshetden, daß man nicht erstarrt bei ihm stehen bleibe, sondern daß man ihn freudig als bedeutsames Moment der Entwickelung aufnehme und nun kühn weiterstrebe. Und diesen Ruhm kann selbst ein Bauer dem deutschen, dem jüdischen Mendelssohn nicht schmälern, so gern er es auch möchte. Nach seiner springenden und zusammenhanglosen Weise kommt er nämlich S. 82 f. nochmals auf ihn zurück, sich theils wiederholend, theils in unverständliche Phrasen hüllend: „Moses Mendelssohn hat auf einen T'heil seiner Volksgenossen eingewirkt — aber selbst diese Einwirkung war unfruchtbar und ein erfolgloses Spiel (?), da sie nicht eine neue, menschliche Idee zur Basis hatte. Er hat kein neues Volk geschaffen.... Und womit hat Mendelssohn gewirkt? Mit den schaalsten Resten einer Philosophie, die längst im Untergehen begriffen. war und durch Kant den Stoß erhalten sollte, der das allgemeine Bewußtsein der Zeit erschütterte und in eine neue Richtung trieb — mit den Resten der Wölfischen Popularphitosophie. Der Menschheit konnte er,'mit diesem Geschenk nicht helfen und seinen: eigenen Volke so wenig, daß er es austdie Zeit vertrösten mußte, in welcher Jehova ebenso bestimmt und vernehmlich wie vor Jahrtausenden auf dem Sinai, ihm sagen würde, daß es vom Joch seiner Satzungenbefreit sein solle:" Wahrlich, ein seltsamer Maßstab, der an die großen Geister gelegt wird, der Maßstab eines philosophischen Schulpedantismns! Ml war kein Schöpfer eines neuem Systems, folglich Hai er nicht ge-

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