Mannheim
Compact Memory

Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1844-01-01 · Heft 2 · p. Seite 359

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1844
Issue
Heft 2
Article
Bruno Bauer und die Juden [Rezension]
Date
1844-01-01
Page
Seite 359 (sequence 35)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2929020-2929041-2929044-2932214--3025-2932459
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

359 Bruno Bauer und die Juden. dogmatische Seite erfaßt, präcise seine Ansichten über die Gefangenuehmung der Vernunft unter den Glauben, Dreieinigkeit, Geburt von .einer Jungfrau, Erbsünde, Transsubstantiation, Aufhebung des mosaischen Gesetzes u. s. w. mittheilt, und der in dieser Zeitschrift B IV S. 452 ff. übersetzt zu lesen ist, hätte Bauer sehr leicht in Kurzem über den philosophischen Inhalt des Kampfes belehren können^ der Nizachon und der Chisuk Emuuah, die mit lateinischer Übersetzung erschienen, hatten ihm die wahre e.regetische Differenz aufgedeckt. Freilich haben sie keine „Kritik der Synoptiker" und keine „Kritik des Johannes" vom Standpunkte des täuschenden und dichtenden Selbstbewußtseins geschrieben, ebensowenig wie sie auch je die Notwendigkeit der vaterlosen Zeugung Jesu behauptet haben, weil doch einmal das Ideal eines Menschen eristiren mußte und dieses Ideal eben darin besteht, daß er — wohl eine Mutter, aber keinen Vater habe. Aber wenn sie solche sublime Vertheidigttugen des Christeuthums zu schreiben gewußt hätten, wie Bauer ehemals, und solche sublime Widerlegungen, wie derselbe jetzt: was wäre dann diesem übrig geblieben, um seinen Rühm zu begründen? Und wenn sie auch tief genug standen, um nicht die Bäuerische Höhe zu erklimmen, wer berechtigt noch diesen zur Behauptung, sie hätten weiter Nichts gethan. als Fabeln über Jesus ausgeheckt? Die neuere Zeit. Doch öffnen wir endlich die Pforten der neuern Zeit! Wir haben lange genug im Mittelalter geweilt, im Leben wie hier in unserer Betrachtung, ganz überwunden ist es noch nicht, dennoch ist die-Morgeuröthe ausgegangen, und auch der lichte Tag wird cmbrecheN) auch das Judmthum ist in seine dritte Enwickelungöphase eingetreten, es hat noch zu kämpfen und zu ringen, um sich in ihr zurechtzufindeu, um sich zu der Hole emporzuschwingen, die es in ihr einzunehmen hat, aber es arbeitet auch ehrlich, und wir erblicken es in der immerwährenden Bemühung, sich zu idealisiren, sich nun erst recht in die Idee einzuleben, aus der es ursprünglich hervorgegangen und alle Einseitigkeiten, alle Verhärtungen der Ausschließlichkeit, alle schroffen Konsequenzen der Volkstümlichkeit 25 *

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.