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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1844-01-01 · Heft 2 · p. Seite 357

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1844
Issue
Heft 2
Article
Bruno Bauer und die Juden [Rezension]
Date
1844-01-01
Page
Seite 357 (sequence 33)
Language
German
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Bruno Bauer und die Juden. 357 zu den Zeiten, wo nicht Druck die Geister lahmte, die Macht der Kritik in seinem eigenen Schooße erfahren, und wenn sie nicht ganz genügend sich bewährt und eingewirkt hat, so hat es daS Indenthnm nicht verschuldet, vielmehr eben daß man ihm nicht die Ruhe und die Freiheit dazu gelassen. Aber, wie steht es mit der andern Seite? Mag es auch Ln Selbstgenügsamkeit versunken gewesen sein, mußte seine Schärfe nicht durch das Christenthum und zum Kampfe mit diesem geweckt werden? mußte da nicht ein jeder Funke höheren Geistes, wenn er in ihm lag, ans den Kieseln hervorgerockt werden und leuchtend sich verbreiten? Setzen wir einmal den Fall, die Juden hätten, wie Bauer in seiner Unwissenheit glaubtz gar keine Denkmale ihres Kampfes gegen das Christenthum hinterlaffen, als blos die Fabel, sie hätten geheime Nachrichten über Jesus. Wurde Dies auch gewiß von dem Mangel an Kraft und Einsicht bei den Juden zeugen oder vielmehr von dem Mangel an Duldsamkeit und an Fähigkeit von Seiten der Christen, einen Widerspruch zu ertragen? Wenn die Juden aus Furcht vor brutaler Mißhandlung ihre Gedanken über diesen Gegenstand vergraben mußten, und wenn sie sie auch einmal dem Papiere anvertrauten, die Schriften so sicher verwahrten, daß sie zuletzt — entweder untergiugen oder doch von Christen geraubt und zerrissen wrrroen: konnte da der Funke zünden, konnte das Flämmchen sich verbreiten? Und das ist etwa, um mit Lessings Patriarchen zu reden, keine Hypothese, sondern ein wirkliches Factum: Selbst in Schriften, in die sich gelegentlich die Widerlegung irgend einer christlichen Annahme eingcschlichcn, die doch leichter dem Auge der überall wachen Späher entgehen konnte, wurden alle so genannten antichristlichen Stellen schon in den Manuscripten ausgemerzt; sie wurden noch mehr/wenn sie gedruckt wurden, von der Censur bewacht und -theils von den jüdischen Herausgebern selbst ausgelassen, theils von den Censoren gestrichen. -Die wenigen Widerlegungsschriften, die durch den Druck bekannt wurden, sind entweder von Christen, wie Nizachon durch Häkspan, der ältere Nizachon und Chisuk Emunah durch Wagenseil herausgegeben worden, die sich die Erlaubniß dazu durch die allgemeine Gewißheit von ihrem ächtchristlichen Sinne und durch hinzugefügte breite Refutationen erwarben — sowie ja auch der Koran zuerst von Iüd. Zeitschr. V. Bd. 25

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