Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1844
- Issue
- Heft 2
- Article
- Bruno Bauer und die Juden [Rezension]
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 356 (sequence 32)
- Language
- German
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350 Recensionen, ni'lgen. Wenn Spinoza dennoch mit dem Judenthume brach, so hat er auch nicht weniger mit dem Christmthüme gebrochen, zu dem er niemals übertrat, das er da, wo er frei auftreten zu dürfen glaubte, wie in Beziehung auf den Katholicismus, ganz offen bekämpfte (vergl. sein Schreiben an Vurgh), mit dem er sich unter allen Formen in Widerspruch wußte, deßhalb auch den ihm angegebotenen Lehrstuhl der Philosophie in Heidelberg ablehnend, dem er jedoch in seiner in Holland herrschenden Gestalt sowohl wegen seiner politischen, dem Staate eine ziemlich weite äußere.Macht in Glaubensdingen einräumenden Ansicht als auch aus Klugheit nicht offen eutgegentreten mochte. Er bildet also in" dem Punkte eine der wenigen Ausnahmen, daß er mit. vollem Bewußtsein sich der Macht der historischen Religion ganz entzog und nicht einmal deren Umdeutung nach seinem Systeme ernstlich erstrebte; allein der Macht der Geschichte auf seine eigene Ausbildung vermochte auch er sich nicht zu entziehen, und die Geschichte, welche seine Bildnerin war, war zunächst das Judenthum. Mag man nun auch entschieden dem spinozistischen Pantheismus widerstreben, mag man auch in ihm den Mangel aller freien Geistesthätigkeit und aller Entwickelung des menschlich geistigen Lebens ausgesprochen finden: der Mann bleibt es doch Werth, daß wir wegen seiner in eine etwas abschweifende Untersuchung eingegangen find, umsomehr da man indem, freilich irrigen, Glauben, mit ihm der jüdischen Geschichte auch jede freie selbstständige Kraft entrissen zu haben, von den verschiedensten Seiten mit so vielem Eifer darj auf ausgeht, ihn uns zu entziehen. Genug, das Judenthum Hai > heit zur Durchführung seiner eignen Ueberzeugung giebt, während in dem letzteren die etwas dunkeln Andeutungen Abraham ebn Esra's über Stellen im Pentateuch, welche nicht zu Moses' Zeiten geschrieben sein können, von Spinoza für seine eigne Ansicht von - der spatern Abfassung desselben überhaupt verarbeitet werden, und A Spinoza sagt von ihm: liberioris inZenil vir et non nieckioeris eruäitioni8 et qui prinins oinnium, qno8l 1e§1, koe xraejuckieinln anilnackvertit, non au8N8 68t inentern 8narn aperte explieare, seä rein ob5eurioribu5 verbi8 tsntuin inäieare. Der! Einfluß der jüdischen Richtungen auf Spinoza verdiente übrigens z noch eine specielle Untersuchung. E