Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1844
- Issue
- Heft 2
- Article
- Bruno Bauer und die Juden [Rezension]
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 353 (sequence 29)
- Language
- German
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Bruno Bauer und die Juden 353 des griechischen Reiches Völkern gegenüber, die bereits einer andern Religion.huldigten und sich mit den Griechen nicht vermischen und weder sich mit ihrer geistigen Nahrung, noch sie mit der eigenen jugendlichen Kraft befruchten konnten und unter deren Botmäßigkeit die griechische Kirche dann ganz hinsiechte, so war es im Gegentheile die zwar rohe, aber auch ursprüngliche Kraft der europäischgermanischen Völker, die der lateinischen Kirche und den römischen Bildungsetementen das frische Leben gab und bewahrte, und die siegreiche Entfaltung der Völkerindividualitäten verlieh demselben ebensoviele Mannichfaltigkeit wie sie dem Ehristenrhume die Empfänglichkeit für die verschiedenartigen Lebenszustände und daher seine Steigerung zur Idealität, die. über allen diesen Modifikationen sichzu erhalten wisse, nothwendig machte. Freilich dauerte Dies in Beziehung auf die lateinische Kirche nur so lange, bis die Völker, in eigner Bildung genug herangereist, von römischer Bildung sich . unabhängig zu machen wußten und daher auch in der Reformation ihre Unabhängigkeit erklärten. Von der Zeit an haben wieder diejenigen christlichen Völker an der Spitze gestanden, welche nicht einem veralteten Bildungselemente anhänglich blieben, sondern die neuen lebenskräftigen in sich voll walten ließen, und die lateinische Kirche versank in dieselbe Starrheit, bie früher schon die griechische eisig umschlungen hatte. Schon aus dieser kurzen Geschichtsbetrachtung ergiebt sich dem Vorurteilslosen, daß das Christenthum nicht die Bildung erzeugt hat, auch nicht einmal die hauptsächliche Triebkraft in deren Förderung ist,, sondern daß es nur solange mit zu wirken fähig und der weiteren Entwickelung nicht hinderlich ist, solange es unbefangen mit in das Leben und dessen von noch ganz andern Kräften mächtig im Schwünge gehaltene Bewegung eingeht und sich die ihnen gemäße nothwendige Umgestaltung gefallen läßt, daß es aber alsbald gerade ein sehr mächtiges Hemmniß wird, wenn es sich in eine Form verhärtet und der allgemeinen Bewegung nicht folgen will. Einen großen Vorsprung hat allerdings das Christenthum dadurch gemacht, daß es durch seine großen weltlichen Eroberungen, durch seinen Umfang über so viele Geister, die einen Neichthum der verschiedenartigsten Schöpfungen erzeugen mußten, sich diese Biegsamkeit und Idealität nothwendig angeeignet hat, die im Protestantismus so achtungswerth