Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1844
- Issue
- Heft 2
- Article
- Bruno Bauer und die Juden [Rezension]
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 352 (sequence 28)
- Language
- German
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352 Reeensiotien» z Andern ein Moment der Geschichte zum ganzen Bewegungstriebe derselben machen, eine Kraft, welche nur neben andern wirkte und! zumeist als beigeordnet der Thätigkeit der andern Kräfte nur eine - eigentümliche Färbung gab, hervorheben, sie an die Spitze stellen, in ihr alle übrigen treibenden Kräfte concentrirt sehen wollen. Wir aber müssen entschieden die Selbstständigkeit der menschlichen Civilisation, die, wenn auch natürlich nicht ganz volle, Unabhängigkeit derselben von der historischen Religion anerkennen. Wer nicht in sehr hohem Grade religiös befangen ist — und mit dem Befangenen mögen wir hier nicht streiten —, wird nicht in Abrede stellen können, daß die alten vorchristlichen Völker, die Griechen und Römer zumal, einen sehr hohen Grad der Bildung erreicht hatten und daß ihr Untergang nicht durch ihre Unchristlichkeit herbeigeführt worden. Selbst nach der weit verbreiteten Herrschaft des Christenthums wußten die Araber dm christlichen Völkern die Palme der Intelligenz und der Gesittigung mehrere Jahrhunderte zu entreißen, und aus den Quellen des Mohammedanismus, sogar meistens vermittelt durch das Judentum, strömten erst die befruchtenden Gewässer der Wissenschaft den Christen zu. Wenn dennoch gerade die Völker, welche zum Christenthume sich bekennen, die Anführer im Geiste des Reiches wurden und in dieser Hegemonie sich zu behaupten wußten und wissen, so verdanken sie es zuerst der Bildung, welche in einem -- heidnischen Volke sich entwickelt hatte und das mit seiner Aufnahme des Christenthums diesem die Bildungselemente zuführte und sie in ihm erhielt. i Rom war es, welches die alte Bildung, die bei seiner Christiam- ' sirung noch frisches Leben genug in sich hatte, Ln seinem Schooße trug und sie nothwendig mit dem Christenthume mischen' mußte, > während die altgriechische Bildung nur noch in sehr schwachen! Nachwirkungen sichtbar war. Nom, das lateinische Christentum - war es daher auch, das die Macht gewann, dem die ungebildeten Sieger bald sich unterordneten und anschlossen und das eine reiche innere Entfaltung erlangte, während die Griechen in Erinnerung an alte Größe und mit Festhaltung eigentümlicher, doch nicht mehr lebenskräftiger Bildung, sich unter Rom's Macht nicht beugten, die griechische Kirche aber auch das Bild der eintönigsten öde und Starrheit darbietel. Trug dazu, noch bei die Kraftlosigkeit