Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1844
- Issue
- Heft 2
- Article
- Bruno Bauer und die Juden [Rezension]
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 347 (sequence 23)
- Language
- German
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34? Bruno Bauer und'die Juden. jenen feinen/ klaren Kops, der in die dunkeln Schachte des von langer Zeit her Zusamlnengewürfeltm Hinabstieg, sich nicht irren ließ durch die Verehrung, die man den Sagen schenkte, Geröll als Geröll erklärend und andere Grundlagen verlangend, aber auch nicht oberflächlich bei dem Schutte verbleibend und weil er ihn als Schutt erkannt, etwa leugnend, daß tiefer unten fester Fuß zu fassen sei, sondern auch den Geist erkennend, der sich Luft zu machen suche. Ich möchte wohl Herrn Bauer rathen, jenen feinen Kritiker zu studiren, er könnte, wie so viele Christen des 17km Jahrhunderts, noch gar Manches, auch Ln der Methode, von ihm lernen. Ja, es hat dieser Mann einen Einfluß geübt auf die Kritik der jüdischen Alterthümer, der erst jetzt recht erkannt wird, und er würde noch bedeutender gewesen sein, wenn nicht Jeftütismus und Inquisition schon ihn selbst im Leben vielfach beunruhigt, später aber Alles niedergetreten hätten. Bei ihm wird Bauer gewiß nicht auch die Taktik anwenden wollen, die er in Bezug auf Spinoza ergreift; eine schlaue, erbärmliche Taktik! „Wer hat, ruft Bauer (S. 9) mit erkünsteltem Pathos aus, wer hat achtzehnhundert Jahre hindurch an der Bildung Europas gearbeitet? Wer hat die Schlachten geschlagen, in welchen eine Hierarchie, die über ihre Zeit hinaus ihre Herrschaft behaupten wollte, zur Niederlage gebracht wurde? Wer hat die christliche und die moderne Kunst geschaffen und die Städte Europa's mit ewigen Denkmalen angefüllt? Wer hat die Wissenschaften ausgebildet? Wer hat über die Theorie der Staatsverfassungen gesonnen? Kein einziger Jude ist zu nennen. Spinoza war kein Jude mehr, als er sein System schuf." Wahrlich man staunt, wenn man diese Worte liest; man kennt unfern Bauer gar nicht mehr, er verleugnet sich hier ganz. Denn Bauer's wahre Ansicht, die nicht blos in einer hingeworfenm Phrase ausgesprochen ist, sondern seine ganze gegenwärtige wissenschaftliche Wirksamkeit bedingt, ist, daß nicht etwa blos das Judenthum over wenigstens es vorzüglich die „Arbeit an der Bildung," die „Ausbildung der Kunst und Wissenschaft," die Verwirklichung des Staatsbegriffs ganz und gar ignorirt, ja davon ablenkt, sondern ebenso und noch mehr das Christeuthum, Das die „Consegueuz des Judenthums" ist, also nach Bauer dessen Einseitigkeiten und