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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1844-01-01 · Heft 2 · p. Seite 345

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1844
Issue
Heft 2
Article
Bruno Bauer und die Juden [Rezension]
Date
1844-01-01
Page
Seite 345 (sequence 21)
Language
German
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-Bruno Bauer und die Juden. 345 Wahrheit widersprechen würden, und er z. B., wenn er von der Ewigkeit der Materie überzeugt wäre, die widersprechend scheinenden blblischen Stellen beseitigen würde, da auch in diesem Punkte sogut wie bei der Unkörperlichkeit Gottes „die Pforten der Deutung nicht verschlossen seien" (Moreh II, 25), er scheut es nicht einmal, ohne alle Umdeutung die Propheten in naturhistorischen, ihrer Zeit geläufigen Jrrthümern befangen zu sehen, sowie wenn er glaubt, Ezechiel habe die Anordnung der Sphären unrichtig dargestellt und ihnen Töne beigelegt (Dafi II, 8 — 10 u. III, 1 — 4). Daß er nicht in fetter Pfründe sein Leben zubringen und in stets grübelnder Speculation, von der Welt zurückgezogen, große Folianten über jede einzelne Frage hinterlassen konnte, war nicht seine Schuld; er mußte die Arzneikunst üben, um sich zu erhalten, er mußte aus Spanien fliehen, um dem Fanatismus der Almohadm zu entgehen, er war darauf bedacht, seine Brüder vor dem Versinken in Spitzfindigkeiten zu bewahren und arbeitete sein treffliches Kompendium des Thalmuds ans, und er war im Leben allen Anfragen derselben bereit, lehrte, tröstete und ermahnte. Und sein Wirken hatte die großartigsten Folgen, und noch heute sendet er Lichtfunken in'finstere Gegenden, seine Werke wurden selbst von den christlichen Scholastikern benützt, obgleich die Sprache, in der sie verfaßt waren, sie ihnen wenig zugänglich machte; wenn spätere Barbarei ihn in seiner Fortwirkung hemmte, die Geisteskämpfe, die aus ihm sich entwickelten, niederhie.lt, indem sie die Körper zerdrückte, so setze man nun diese Barbarei nicht fort, und mache sie nicht raffinirter, indem man ihm den wohlverdienten Ehrenkranz vom Haupte reißen will. Mein, bemerkt Bauer (S. 22. 84 ffi), die Juden haben ihre Unfreiheit dadurch am Schlagendsten dargethan, daß sie niemals kritisch verfahren sind, weder gegen das Judenthum noch gegen das Christenthum; gegen dieses, mit dem sie sich doch stets im Widerspruche fühlten und das sie zu bekämpfen hatten, wußten sie weiter Nichts vorzubringen als „die Fabel, daß sie besondere geheime Nachrichten über Jesum und seine Zeit hätten." Wir muffen uns erst mit Bauer über den Begriff der Kritik auseinandersetzen, ehe wir an die Beantwortung dieses Einwurfs in seiner speciellen Bedeutung gehen. Bauer in seinem Verkennen alter Geschichte, in

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