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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1844-01-01 · Heft 2 · p. Seite 344

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1844
Issue
Heft 2
Article
Bruno Bauer und die Juden [Rezension]
Date
1844-01-01
Page
Seite 344 (sequence 20)
Language
German
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Receiisionen. wenn das Leben doch einmal mit seiner zwingenden Gewalt eine Schranke übersprungen hatte. Mein sobald wirklich die Zeiten und die Völker sich zu erheben vermochten und höhere, allgemeine Cultur die Schroffheit milderte, da finden wir auch den Nabbinis-.- rnus in einer freien Bewegung, an den Ketten mächtig rüttelnd, fast sie zerbrechend, wenn nicht wieder neue Verfinsterung von Äußert den Geistesstrahl verlöscht hätte. Die arabische" Bildung vom lOten bis zum 14ten Jahrhundert, zuerst in Asien, dann in Nordafrika und endlich in Spanien, die Entfaltung in der Provence in der letzten Halste des 13ten und an dem Anfänge des 14tm, der Aufschwung in Italien namentlich im 16ten, die freie Bewegung in Holland im 17ten Jahrhundert, sie trugen die herrlichsten Früchte für das Judenthum; nur wurden leider die jungen Saaten bald wieder zertreten, und. die Völker, in denen der Geist der Menschheit seine Aufgabe zu vollziehen begonnen hatte, sanken selbst wieder zurück. Wer die großen Männer jener Zeiten und Gegenden im Schooße des Judenthums höhnend beseitigen zu können glaubt, der beweist nur wieder seine eigne Unkenntniß ihrer Leistungen und des geschichtlichen Proeesses überhaupt. Maimoni'- des z.' B. eine „unklare, verworrene und knechtische Sophistik" undichten, wie Bauer thut (S. 83), heißt der Geschichte ins Angesicht lügen. Maimomdes kennt die Probleme der Philosophie und behandelt sie, er sucht sie durch reine Spekulation zu lösen, aber allerdings auch mit dem Judenthume nach dessen damaliger Stellung in Übereinstimmung zu bringen; dennoch steht er hoch über einer verknöcherten Auffassung desselben, er thut ihm sogar oft Gewalt an, daß es in seinen Jdeenkreis eingehe. Er läßt die Lhalmudische Ausbildung des mosaischen Gesetzes fahren, wenn sie nicht in das System sich fügen will (Moreh III, 41), er bringt überhaupt die Interpretation des Thalmud in eine untergeordnete Stellung und nimmt ihr ihren biblischen Charakter (Buch d. Gesetze e. 1 u. 2), er findet den liefern Gehalt des Judenthums nicht in dem „Anfertigen der Laubhütte, des Lulab und dm einzelnen eivilrechtlichen Bestimmungen," sondern in den metaphysischen Ideen (Moreh's Einleitung), ja er verhehlt es gar nicht, daß er ohne Umstände biblischen Stellen andere als die natürlichen Deutungen unterlegen werde, sobald diese der philosophisch erkannten

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