Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1844
- Issue
- Heft 2
- Article
- Bruno Bauer und die Juden [Rezension]
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 341 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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341 Bruno Bauer und die Juden. durch die äußere, Darstellung einer vergangenen Zeit, namentlich der Zeit, die, in Einseitigkeit sich verschrumpfend, das Äußerliche, Abschließende mit Vorliebe ausgebildet und den Einfluß der Idee immer mehr verengte. Aber eben Dies will man im Grunde mit jenem allgemein gehaltenen, in seiner Allgemeinheit nicht unwahren, aber falsch angewandten Satze behaupten, es müsse daS ganze Detail jener nachbiblichm Periode aufrecht erhalten werden. Als wenn das Leben, mit dem die Idee zu dessen Befruchtung sich vermählen muß, immer gleich bliebe und nicht vielmehr zu verschiedenen Zeiten die Keime der Befruchtung andere sein müßten! Als wenn jenes Detail aus einer wirklich innigen Verbindung mit der Idee hervorgegangen wäre und-nicht vielmehr aus der Abschließung des Lebens, aus dessen buhlerischem Umgänge mit einseitigen Richtungen sich erzeugt hätte! Doch greifen wir der Geschichte nicht vor! Das Judenthum trat in seine zweite Entwickelungsphase ein; das Unterscheidende, das Ausschließende mußte nun im vollsten Umfange ausgebildet werden. Es rang mächtig, feine oft verletzte Volksindividualität sich zu erhalten, sie zu befestigen, und als es in diesem Bemühen unterlag, da war es dann gerade diese Volksthümlichkeit, nach der sein beständiges Sehnen hinging, deren Sitten festzuhalten bis zur Zelt, da sie wieder hergestellt werde, es als seine würdigste Aufgabe betrachtete. Allerdings, hätte nicht ein Geist in ihm gelebt, in dem, fast ihm selbst unbewußt, sein Dasein wurzelte und der ihm dieses fristete, es batte mit der verlorenen Volkstümlichkeit auch bald uutergshen müssen. Auch gab es wesentliche Stücke derselben auf. Der besondere Ausdruck, der den Volksgeist am Unzweideutigsten darstellt, sein Leben als ein volles bekundet/nämlich die Sprache, schwand, die griechischen Juden redeten griechisch, die syrischen syrisch und fingen sogar an, als die Perser in Syrien mächtig wurden, persische Bestandtheile aufzunehmenz ja auch neue Lebensansichten drangen ein, und Anbequemungen an die Verhältnisse der Zeit ließen sich nicht abwelsen. Aber dennoch mußte gerade in den äußern Satzungen, in dem Sichtbarsten, die Vergangenheit festgehalten und zerlegt werden, um immer neue Schößlinge hervorzutreiben, und die Abschließung mußte durch immer neue Zäune immer mehr verrammelt werden. Und leider ward Züd. Zeitschr. V. Bd. 24