Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1844
- Issue
- Heft 2
- Article
- Bruno Bauer und die Juden [Rezension]
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 340 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2929020-2929041-2929044-2932214--3006-2932440- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
340 Rezensionen. zu finden? In seinen und seiner.^Gesinnungsverwandten Schriften. Vertreten sie das Volk? Er > muß diese Frage offenbar.bejahen, wenn. er auch den Heftigsten Widerspruch im Leben noch gegen seine ß Gesinnung wahrnimmt. .Und wurzelte Ln der Thal die Triebkraft unserer Zeit in Bauer'scher Geistesrichtung, wenn sie auch so Vielen noch nicht zum Bewußtsein gekommen, so wäre seiner siegesLrunknen Behauptung Nichts .entgegenzustellen)' nur eben darüber ist der Streit, ob die ganze übrige Litteratur, wie Bauer wähnt, einst blos dadurch noch bekannt sein werde, daß sie in seinen Werken citirt wird, oder ob vielmehr jene ein gesundes, bleibendes Produkt des gegenwärtigen Geistes ist. Und derselbe Bauer, der das ganze neue Leben in einige wenige Schriften eingefangen glaubt, soll leichtsinnig jenen ehrwürdigen Schristdenkmalen, die das wirklich vollbracht haben, was er trüglich von sich hofft, die nur durch ihren Kampf dagegen auch dem Gegensätze nach Jahrtausenden eine Erinnerungstafel in den Geschichtsbüchern errichtet, er sollte es ihnen absprechen wollen, daß sie die wirklich gesunden Äußerungen des Volksgeistes waren? Das ist die gerühmte Konsequenz, die sichln solch schwindelnder Einst hinaufschraubt, daß nebenan.die..ganze Widerlegung, die man selbst aufstellt, übersehen wird. .. : Dochauch, von einer andern Seite, und da nicht mit geringerer Selbstgefälligkeit, wird uns die Frage entgegen geworfen: ihr beruft euch oft auf ein biblisches Judenthum, und wir verstehen wohl, was ihr damit bezweckt, ihr verlangt, daß nur Idem die Geltung bleibe,-die eigentliche Satzung aber als nicht bindend betrachtet werde: war aber ein solches Judenthum je im Leben? Das Leben ist nicht so ätherischer Art, es bedarf seiner sinnlichen Stoffe.. Wer Dies auch. Awhl leugnen mag! Wir haben eben selbst das biblische Judenthum dahin näher bestimmt, daß es die erhabenen Ideen in die Wirklichkeit einführen wollte, daß es sich, um sich darstellen zu können, beschränkenmußte, und zwar nach der ganzen Anschauungsweise der. Zeit, den Verhältnissen und Bedürfnissen .des damaligen Lebens. Und ebm weil Alles was tm Leben vorhanden ist und verlangt wird, sich ändert, gerade deßhalb wird von dm Einsichtigen immer daraus gedrungen, daß das pro» phetischei Element des biblischen Jndmthums nicht verschüttet werde