Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1844
- Issue
- Heft 2
- Article
- Bruno Bauer und die Juden [Rezension]
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 339 (sequence 15)
- Language
- German
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Bruno Bauer und die Juden. 339 zu bestehen hatte? Daß dieser Kampf gekämpft, daß die Entartung des Lebens gM daß der Griff des' Volkeswieer sich in den Edelsten zmff Bewußtsein entfaltet hatte," durch sie tief verletzt wurde, das giebt uns den Maßstab für die richtige Beürtheilung des wahren Volkslebens, nicht-die - einzelne Entartung, die nur eben deßhalb so umständlich und oft hervorgehobell -und daher der Nachwelt bekannt wird, weil sie sich als unerträglichen, nachdrücklichst zu bekämpfenden Gegensatz fühlbar macht. Und. sie unterlag auch wirklich im glücklich, weil mit den -Waffen des ursprünglichen VölkSgeistes, geführten Kampfe. Wie wäre es sonst auch möglich gewesen, daß bei einem Volke, das angeblich, mit ganz geringen und deshalb der Verfolgung preisgegebenen Ausnahmen, dem rohesten Götzendienste und der brutalsten Sinnlichkeit verfallen gewesen, plötzlich alle Klagen darüber verschwinden, die unverbrüchlichste Anhänglichkeit an dem einen geistig auszufassenden Gotte, ein ernster Wandel sich zeigt? streitet Dies nicht gegen alle geschichtliche Entwickelung? Daß der Kampf durch äußere Umstände rascher zu einem glücklichen Ende geführt worden, mag allerdings sein, aber in dem allgemeinen Volksgeiste, der blos in einem. Theile noch nicht durchgedrungen war, mußte die Hauptursache des Sieges liegen. Und dieser Volksgeist bekundet sich, findet seinen entsprechenden Ausdruck in den Männern des Geistes. Es'ist eine arge Verkennung des wahren Lebens, dessen Äthem Alles durchweht, wenn man die. Schriftsteller einer Zeit als die Ausnahmen und nicht-als die Vertreter betrachtet^ nur dem trostlosesten Materialismus, der überall nur das Greifbare anerkennt, mag das traurige Vorrecht überlassen bleiben, von dem unnützen Geschrei einiger Schriftsteller zu reden, weil ja^das Volk nur an seinen Acker und Pflug, äwsiine Fabriken' und'Schutzzölle denke. Wer Verehrung für den Menschengeist hat und weiß, wie er in Allen sich regt, den Berusinen -aber zur lauten Verkündigung dessen drängt/ was Alle, durchzittert, der wird in dem Schriftsteller, und noch umsom ehr - der alten Zeit, die keine Jnduffrieritter ans diesem Felde kannte, das vollberechtigte und beglaubigte Organ der Gesammtheit würdigen. Bauer selbst spricht stets von der neuen Zeit und dem neuen Leben/ And mit demselben Athem kritisirt er doch die Halbheit deS Bestehenden: wo ist nun das neue Leben