Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1844
- Issue
- Heft 2
- Article
- Bruno Bauer und die Juden [Rezension]
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 337 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Bruno Bauer und die Juden. 337 diesen, wenn auch nicht ganz adäquaten Ausdrucks, dieser Kampf und Widerspruch zwischen Gedanken und Darstellung giebt die Weihe der Tieft, gerade in ihm liegt eine Bürgschaft für die Wahrheit, mag es immerhin der weitern Entwickelung überlassen bleiben, den klareren Ausdruck zufinden. Ebenso ist uns jener Widerspruch die schönste Bürgschaft' für die Tieft der religiösen Idee im Judenthume, in diesem Ringen, dieser Duplicität des Bewußtseins, dieser Innigkeit, welche an das Unendliche sich anschließt und doch das Endliche nicht lassen kann, in diesem Mangel an Abgeschlossenheit liegt eben die reinste Documentirung für die ächte Durchglühung von dem höhern Geistesfeuer, welche das Judenthum charakterisirt. Wer diesen Widerspruch, wie Bauer thur (S. 32), schadenfroh urgirt und mit der geistreich sein sollenden Phrase: „die'Konsequenz des Judenthums besteht darin, inkonsequent zu sein" blenden will, der mag das Lob eines recht guten formalen Logikers dahin nehmen, von dem menschlichen Geiste und dessen Entwickelung, von der Geschichte und wie sich der höhere Geist in die Menschheit einlebt, davon hat er keinek Begriff, Ja, wir nehmen sie freudig an, diese Inkonsequenz, mit der das Judenthum austrat, und finden in ihr da§ untrüglichste Merkmal seines höhern Ursprunges. Natürlich konnte die ideale Seite bei dem ersten Austritte des Jndenthums nicht die überwiegende sein, vielmehr mußte es, um wirklich werden zu können, seine Jndividualisirung, die Aufnahme der' im damaligen Leben überhaupt vorhandenen Momente vollziehen: allein ein so scharfes Gepräge auch diese Nothwendigkeit dem biblischen Judenthume aufdrängen mag, so ist das Gepräge doch nicht der Silbergeha tt, das kernige Wesen an ihm - es bleibt viellnehr immer das verschwindende Moment. So stellt sich dem Unbefangenen das biblische Judenthum dar, und nur der Besangene klebt an dem „gesetzlichen Leben" und'dem „zähm Volksgeiste" der Inden und belegt das biblische Judenthum mit dem Namen des- //Mosaismus." Es ist ein Produkt der tabbinisch-thalmudischen Dogmatik, die wir bald näher kennen lernen^den Pentateuch herauszuheben aus der ganzen Bibel, ihtn fast die -ausschließliche Verehrung zu weihen, wahrend er doch das Judenthum jener Zeit