Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1844
- Issue
- Heft 2
- Article
- Bruno Bauer und die Juden [Rezension]
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 335 (sequence 11)
- Language
- German
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Bruno Bauer und die Juden» 33Z scheinung und der zu Grunde liegenden Idee hervortreten; während die Völker und Staaten Individuen bleiben müssenwie die Wirklichkeit es gebietet, wollen sie doch den allgemein menschlichen Begriff immer mehr in ' sich därstellen. -Aber gerade je bedeutsamer jeticr Widerspruch auftritt, um so lebendiger zeigt sich in ihnen-das Vewnßtsiin ihrer-wahren-Aufgabe, und wenn auch die Idee niemals ihren vollen Ausdruck finden wird, die Völker immer ihre Begränznng und' Individualität behalten muffen, — in dem Streben, sie innerlich zu verallgemeinern, was äußerlich als Verwischung des Unterscheidenden erscheint, erfüllen sie ihren rechten Beruf. D i e histori s ch e Ne ligi o n. Das Iud e n t h u m u n d sei n e Entwickeln ng. Doch treten wir nun an unfern eigentlichen^Gegenstand heran. Auch. die Idee der llleligion, als das Bewußtsein von einem heiligen Urquelle des Gesammtlebens und von'der Aufgabe des Einzelnen, mir diesem Urquelle in Immer engere Verbindung zu treten. Mußte, sobald sie in die CrscheinungöwelL eintrat, sich durch eine Form bestimmen, ein enges Gefäß sich wählen, das sie individualisirte und beschränkte, auch bei ihr mußte diese Beschränkung als das Eigen thümliche sich steigern und verfestigen, und erst in der großartigen Entwickelung der Geschichte gelingt es> sie zu ihrer höhern Bestimmung und lebendigeren, die Schranken durchbrechender: Fülle zurückzuführen. Und gerade je umfassender und höher die religiöse Idee ist, umsomehr muß sie bei ihrem Eintritte in so scharf abgegränzte zeitliche Verhältnisse deren starke Färbung annehmen, wenn sie auch die ganze Fülle ihres inneren Lebens auf sie auszugießen trachtet. . In ihrem Wesen verletzt und zu sehr im Dienste anderer die Völker ruehr beherrschender Ideen war sie im übrigen Alterthume erschienen, auseinandergehend in Polytheismus und an das einzelne Volk gebunden; wenn auch Anfangs doch durchwärmend und begeisternd, wurde sie nach und nach so äußerlich und starr, daß, als höhere Gesittung und Einsicht ihre zeitliche Gestalt als unangemessen betrachtete und ein Augur den andern nur mit Lächeln sein priesterliches Amt ver-