Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1844
- Issue
- Heft 2
- Article
- Bruno Bauer und die Juden [Rezension]
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 333 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2929020-2929041-2929044-2932214--2999-2932433- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Bruno Bauer und die Juden. 333 Idee, welches Anfangs in ihr eine Stätte gehabt, fast ganz auStretm mußte und sie nun die Kraft lebendiger Verjüngung eingebüßt hatkann in diese dritte Stufe nicht mittetenmuß vielmehr, wenn deren Zeit beginnt/ von der allgewaltigen Kraft eines solchen neuen Lebensdem sie zu dienen unbrauchbar gewörderr ist, ganz zerschmettert werden. - -Es wäre eine ganz falsche Auffassung der einzelnen Idem, Richtungen und Individualitäten, wenn man als gesetzmäßige Entwickelung derselben lediglich ihre immer weitere Abschließung, die breiteste Ausbildung und schärfste Durchführung des sie Unterscheidenden gelten ließe; denn das geistige Leben, das sie in sich tragen und von dem erfüllt sie auftraten, wird ja dadurch gerade bei Seite geschoben und damit das wahrhafte Wesen, aus dem sie ihre Kraft sogen, gegen dessen Beschränkung aufgegeben. Wollte ich mit den Worten in Bäuerischer Weise spielen, so würde ich sagen: die wahre Konsequenz in der Entwickelung besteht in der Inkonsequenz, während ein konsequentes Verfolgen der Jsolirung gerade ein höchst inkonsequentes Verfahren wäre. Jedoch der Gedanke bleibt wahr, wenn wir ihn aus diesem verwirrenden und Begriffe vertauschenden Spiele mit den Worten, wie er so oft der Vauer'schen Dialektik zu Grunde liegt, herausnehmen. Der Gedanke, der irgendwie sich verkörpert hatentwickelt sich dann blos gesund und naturgemäß, wenn er nicht mit scheinbarer Consequenz die einseitige Richtung, in welcher er nvthwendig in die Erscheinungswelt getreten ist, zur schroffsten Ausdehnung und Schärfe forttreibtvielmehr nur wenn er dem Grundgedanken, der Anfangs nur verengt austretm konnte, immer mehr Raum gönnt und seine einseitigen Äußerungen fahren läßt. Wir haben schon in dem ersten Artikel die Anwendung dieser Wahrheit bei der Entwickelung der Völker zu Staatenfamilien erkannt. In einem jeden einzelnen Volke spiegelt sich die Idee des menschheitlichen Gesellschaftszwccks ab, und so betrachtet jedes Volk zuerst in sich selbst die Erfüllung desselben vollendet, wenn auch von dem vollen Bewußtsein des Menschlichen getragen; die Volksthümlichkeit, in der nun so die Menschheit als Erscheinung sich zeigt, wird immer starrer und feindseliger gegen alles nicht ihr selbst Angehörige, und diese Einseitigkeit führt zu den heftigsten Kämpfen. Eine Zeit lang mag wohl der brutalen Gewalt die