Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1844
- Issue
- Heft 2
- Article
- Bruno Bauer und die Juden [Rezension]
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 332 (sequence 8)
- Language
- German
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332 Recensionen. einseitiger Herrschaft als fehlerhaft, aber .in' 'einer 'Entwickelung, welche der hohem / in ihr durchscheinenden Idee gemäß ist," als v ollb erech tigt ersch ei ne rl. Es liegt demnach in jedem einzelnen HaüdPunkte"her' Betrachtung, in jedem einer gewissen Thätigkeit bestimmten Kreise, jeder von einer besonder» Anffassungsweise ausgehenden Gesellschaft und ebenso einer einzelnen VolksindividualitaL die Möglichkeit, sich zur umfassenden Hohe der Auffassung'und Betrachtung und danach einzurichtenden Thätigkeit — welche letztere allerdings immer durch Mittel und Kräfte bedingt und beschränkt bleibt —- zu erheben, ja es ist Dies erst die rechte lebendige Durchführung ihres eigenthümlichen Gehaltes, daß sie ihm seine Wurzel im höheren Gesammtleben erhalten und die ganze Fülle desselben in sich möglichst aufzunehmen bedacht sind. In der Wirklichkeit, in der Geschichte stellt sich nun diese Entwickelung in drei Stufen heraus, daß zuerst-diese Besonderheit, zwar voll durchdrungen von der allgemeinen Idee, aber auch mit bereits scharfer Ausprägung und Betonung des sie Unterscheidenden auftritt; das Unterscheidende nimmt dann immer mehr Raum ein, die lebendige Fülle, welche Anfangs das enge Gefäß zu seinem Träger gewählt hat, findet nicht mehr hinlänglichen Raum und schrumpft zusammen/ und die Einzelrichtung wird immer einseitiger, abgerissener von der höhern Idee, daher erstarrter, daher aber auch umsomehr entfremdet den andern Ausstrah^ des Gesammtlebens, die sich auch in ihrer Weise verhärtet haben, da ja die Befreundung der verschiedenen Individualitäten nur in der größeren Lebendigkeit bestehen - kann, mit welcher sie sich in der gemeinsamen Mutter wurzelnd fühlen, die Verselbstständigung aber nothwendig zur. gegenseitigen Abneigung führt. Aus dieser Abneigung entsteht der Kampf, die Reibung und daraus endlich die volle Erweckung der höhern Idee, die nicht mehr in dem engen Gefäße eingeschlossen ist, sondern in ihrer universellen Geltung über dasselbe bewußt sich erhebt, während die Einzelrichtung die Aufgabe anerkennt, sich zu ihrem Träger zu machen, die Einseitigkeiten und Abschließungen fallen zu lassen, mit andern als zu ihrer eignen Ergänzung nothwendig sich auf's Engste zu verbinden; diejenige Einzelrichtung, welche im Lauft der Zeit sich so tief in die Abschließung hineinverrannt, so fern der Wechselwirkung gestanden hat, daß das höhere Leben der