Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1844
- Issue
- Heft 2
- Article
- Bruno Bauer und die Juden [Rezension]
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 331 (sequence 7)
- Language
- German
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Bruno Bauer und die Juden. 331 dib einander ergänzen. Nicht auf einen Einzelnen, nicht auf einen einzelnen Menschencompter, ein einzelnes Volk ergießt sie die ganze Fülle ihrer Güter; 'indem,, sie .sich individuaWrensind ^sie blos einzelne. Ausflüsse, Attsstrahlrrngen der einen geistigen Macht, die dach Wesen der Menschheit ausmacht, und in ihrer Absonderung erscheint die Idee in ihnen blos gebrochen, in jedem als eigenthümtich. gefärbter Strahl, erst im Zusammenhänge zeigen sie das Ganze. Aber auch nicht in dem bloßen Nebeneinander dieser einzelnen Kräfte, als verschiedener Ergüsse des höhern menschlichgeistigen Lebens, wird dieses ganz erschöpft, vielmehr erhält es erst dadurch seine immer vollendetere Darstellung, daß die einzelnen 'Individuen und Gesellschaften auf einander wirken und so in einem. Jeden, diese Ergänzung selbst erzeugt wird. Dies eben ist die Geschichte, die Entwickelung der höchsten Idee der Menschheit, oder vielmehr die Entwickelung der einzelnen Ausflüsse derselben zu ihrem höhern Ursprünge, die Ausbildung des Theiles, der sich immer mehr zum Ganzen erhebt. Denn in jeder Individualität oder in jeder einzelnen Eigenschaft und Kraft, als dem Ausflüsse des Gefammtlebens des Meuschengeistes, liegt dieser in seiner Vollendung als der Keim, der seine Hülle zersprengend die volle Vlüt.he zu entfalten geeignet^ist. Es sind daher die verschiedenen Richtungen des Menschengeistes in ihrer ersten Erscheinung mangelhafte Äußerungen, in ihrer einseitigen Festhaltung und Abschließung sogar Abirrungen von der höheren Idee/allem in ihrer wohlverstandenen Entwickelung alle zu deren wahrem und identischem Ausdrucke hinführend, wenn auch von verschiedenen Ausgangspunkten^ aussteigend. Die Besonnenheit z. V. beweist sich zunächst in ihrer elgenrhümlichen Kraft, die rasche Gluth und Aufwallung zu mäßigen, die einseitige Herrschaft derselben wird leicht die kleinliche Bedächtigkeit und unschlüssige Zauderhaftigkeit erzeugen; allein wenn sie ihre Wurzel in dem allgemeinen Geistesleben, aus dem sie entstammt, nicht anfgiebt, vielmehr ihm immer mehr entgegenreift, so wird sie zwar die Kraft der ungeregelten Leidenschaft und lodernden Aufbrausens zu brechen fortfahren, aber sie wird zu rechter Zeit das kühne, energische Eingreifen nicht blos nicht scheuen, sondern auch anrathen. Und in derselben Weise wird die rasche Lebendigkeit in ihrem charakteristischen Merkmale als mangelhaft, in