Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1844
- Issue
- Heft 2
- Article
- Bruno Bauer und die Juden [Rezension]
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 330 (sequence 6)
- Language
- German
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330 Recensiorien. noch auf ein härteres Geschick hinweist, indem er sie einem doppelten Angriffe blosstellt, da sie das Judenthum nicht auö der bisherigen" Schranke ilr den Staat hinaüsläßt, das Christenthum sie -nicht M' denftlben- -hineinlaßt^ trenn sie Nicht zugleich -in "seine Schranken' 'sich' einengen - wo sie freilich wieder nicht den rechten Staat haben': die Juden können Nicht frei werden, weil das Judenthum-zu dem sie sich - bekennen , sie durch sich selbst nicht stei werden läßt, weil sein Wesen die Unfreiheit ist, das Christentum aber, zu dem sie' sich nicht bekennen, seinem Wesen nach, die von ihm Abweichenden drücken muß, sie aber auch dann nicht frei werden ließe, wenn sie sich zu ihm flüchteten, da auch sein Wesen die Unfreiheit ist. Kurz, die Lage ist verzweifelt^ und blos die K'xitik:kann aus ihr erlösen, indem sie beide Religionen umstürzt NNb erst dann die Freiheit aufbaüt. ' - Wir können hier die ausgestellten politischen Couftquenzerr, die mehr in der falschen Auffassung vom Staate wurzeln, zunächst übergehen und ihre Berichtigung durch unsere Erörterungen rnr ersten Artikel als abgeschlossen betrachten. Von besonderer -Wichtigkeit ist uns aber jetzt die Frage, wie historische Religionen zu betrachten sind, welcher Maßstab an sie zu legen, was als ihr. Wesen anzuerkennen ist, mit namentlicher Beziehung aus das Judenthüm. Die Verwirrung in diesem Punkte ist zu groß, als daß man diese Frage gleichgültig bei Seite liegen könnte, wenn sie auch ohne Einfluß auf das bürgerliche Leben bliebe; sie ist für den Fortschritt im Judenthume eine Lebensfrage, und aus ihrer fälschen Beantwortung ergeben sich die verkehrten Ansichten und Maßregeln, welchen selbst oft von Männern des Fortschritts gehuldigt wird, iu dem Glauben, hierin blos unparteiische Gerechtigkeit gegen ein Bestehendes, nur in einer gewissen Form geschichtlich Berechtigtes zu üben, wenn sie auch für ihre Person sich nicht davon binden lassen. Die Idee, ihr Eintritt Ln die Erscheinungswelt und ihre Entwickelung. Die Idee der Menschheit zeigt sich niemals als eine einzelne Erscheinung in voller Verwirklichungin Bruchstücken tritt sie auf,