Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1844
- Issue
- Heft 2
- Article
- Zur Entwickelungsgeschichte der hebräischen Sprachkunde, biblischen Exegese und hebräischen Dichtkunst unter den arabischen Juden im zehnten, elften und zwölften Jahrhundert [Rezension]
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 307 (sequence 47)
- Language
- German
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307 SaadiaS» Hai der hebräische Sklave, welcher die Freiheit mcht annehmen will und nun das Ohr durchbohrt bekömmt, an die Thüre und dm Pfosten zu gehen? Weil die Israeliten in Ägypten durch das auf Thüre und Pfosten gesprengte Blut gewissermaßen ihre Freiheit besiegelt erhielten, so möge ihn das Hinfuhren an diese Stelle mahnen, wie unrecht er thue, seine Freiheit zu verschmähen Warum gelangt der khanaanitische Sklave gerade bei Verletzung des Auges und Zahnes durch seinen Herrn zur Freiheit? Weil Cham die Blöße Noah's gesehen und davon geredet! *) Bundesblut wird auf's Volk gesprengt, zum Zeichen, meint Saad., daß, wenn sie den Bund nicht halten, ihr Blut zur Strafe vergossen werdet, sowie er denn auch die Geräthschasten des Tempels, den er als die mittlere Welt auffaßt, vielfach symbolistrl^), ja sogar die fünfzehn Silberlinge, für die Hosea sich ein Weib erkauft, haben für ihn eine symbolische Beziehung auf Moses, Aharon, Miriam und die zwölf Stämme ^). Und neben solchen und ähnlichen ans Spielende streifenden Erfindungen^), bedient er sich anderswo kühl nüchterner Erklärungen. So find ihm z. B. die Schürzen von Haut (I M. 3, 21) vielmehr Schürzen für ihre (Adam's und Eva's) Haut, Körper ^). So sehr er ferner einerseits auf eine gläubige Annahme der politischen Messiashoffnungen ') E. E. 2 M. 21, 6 der zweiten Nee. 2) Derselbe das. V. 26 das. Derselbe das. 24, 8 das. 4) Derselbe das. 25, 7 das. 5) Kimchi zu Hos. Z, 2. 6) Hierher mag noch besonders gerechnet werden, daß er einen Zusammenhang zwischen nebeneinanderstehenden Stellen sucht, vergl. z. B. E. E. zu 2 M. 21, 16 II. 22, 19 11. Ps. 5, 1. daß er bei Pleonasmen jedem einzelnen Ausdrucke besondere Bedeutung zu geben sucht, vergl. E. E. 2 M. 21, 11 und Jes. 21, 11 u. Munk not. S. 50, seine Erklärung, warum A M. 26, 42 Jakob vor den andern Erzvätern steht, E. E. z- St.?) ^2 was der lateinische Uebersetzer falsch mit eorii wiedergiebt, wie schon Poeocke bemerkt, vergleiche E. E. im Namen ,,Einiger."