Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1844
- Issue
- Heft 2
- Article
- Zur Entwickelungsgeschichte der hebräischen Sprachkunde, biblischen Exegese und hebräischen Dichtkunst unter den arabischen Juden im zehnten, elften und zwölften Jahrhundert [Rezension]
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 305 (sequence 45)
- Language
- German
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Saadl'as. 305 gottlichenZusage aufzufassen ist, so scheinen ihm die anderswo vorkommenden Bundeszeichen, durch welche, nach dem natürlichen Sinne, der Zsraelite vermittelst irgend einer Handlung sich in ein näheres Verhältniß zu Gott setzt, durchaus den Beziehungen des Menschen zu Gott, nicht entsprechend; er faßt vielmehr das Bundeszeichen der Beschneidung (1 M. 17, 11) und der Sabbathfeier (2 M. 31,13) als Kennzeichen, durch die der Zsraelite kenntlich wird, indem die nach der ritualen Vorschrift (Perl'ah) vollzogene Veschneidung — zum Unterschiede von der mohammedanischen — und die Enthaltung von jedem Gewerbsbetriebe am Sabbathe ein äußeres Kennzeichen seines Bekenntnisses ist*). So ist ihm auch das Gießen des E)ls auf einen Stein als Standfäule nicht eine Weihe, sondern ein bloßes Unterscheidungszeichen dieses Steines vor andern, indem die Spuren des auf den Stein gegossenen Ols sichtbar bleiben und dieser dadurch auch für spätere Zeit kenntlich bleibt 2). Umsomehr muß ihm daran gelegen sein, das Wunderbare des Aberglaubens zu zerstreuen; die Zauberin von 'Endor (1 Sam. 28) kann demnach unmöglich den todten Samuel heraufbeschworen und ebensowenig kann sie die Zukunft vorherverkündet haben, ihr Vorgeben war demnach lügenhaft, allein dies Alles geschah durch die unmittelbare Einwirkung Gottes, der Saul auf diese Weise mit der Zukunft bekannt machen wollte ^). — Ebenso ist er auch bedacht, Handlungen und Äußerungen, welche Frommen beigelegt. werden, aber mit ihrer Frömmigkeit nicht in Einklang stehn, so umzudeuten, daß dieser Einklang herbeigeführt wird. Wenn Aharon sich zur Verfertigung des goldenen Kalbes veranlassen läßt und dabei ausrust: ein Fest für Gott wird morgen sein (2 M. 32, 2 ff.), so kann dieses Verfahren weder durch Verführung noch durch unzeitige Nachgiebigkeit gegen das Volk entschuldigt werden, vielmehr meint Saad., war es Aharon's Absicht, die mit götzendienerischen Gelüsten Behafteten auf diese Weise kennen zu lernen, damit sie die Strafe um so sicherer treffe^). Es wäre unpassend, wenn *) E. E. zu letzterer St. in beiden Neeensionen. 2) Bechai zu 1 M. 28, 18, Abschnitt 5. 38 6. Kimchi das. und Bechai Abschn. Schofetim (k. 208 ä). E. E. Z. St. in beiden Neeensionen.