Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1844
- Issue
- Heft 2
- Article
- Zur Entwickelungsgeschichte der hebräischen Sprachkunde, biblischen Exegese und hebräischen Dichtkunst unter den arabischen Juden im zehnten, elften und zwölften Jahrhundert [Rezension]
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 299 (sequence 39)
- Language
- German
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Saadias. 249 Adam vom Baume der Erkenntniß gegessen, dieser sei nun geworden U2A (wie einer von uns) zu wissen Gutes und Böses (1 M. 3, 22), imgeändert lassen, vielmehr muß er mit dem babylonischen Thargum, nicht eingedenk der Stelle 3, 5 und sprachwidrig übersetzen: er ist geworden wie einer, aus sich zu wissen*). Überhaupt scheinen ihm die Engel nicht als ewige reine Geister zu gelten, die dann von Gott gewissermaßen blos gradweise verschieden wären, er scheint sie vielmehr als augenblicklich geschaffene Lichtwesen mit einer feinen sinnlichen Hülle, .daher auch den Propheten sichtbar, aufgefaßt zu haben; ihre Stellung ist ihm demnach-in gewissem Sinne der der Menschen untergeordnet, da diese doch ihre dauernde selbstständige Bestimmung haben, und deßhalb bezieht er den Ausdruck „Gott der Heerschaaren" nicht auf die Engel, sondern auf die Israeliten, die auch Gottesheer (2 M. 7, 4) genannt werden ^). Noch weniger kann er nun die Eristenz böser Engel, des *) rW sabw. Polygl.ss 2) Vergl. Emunoth re. II, 8. E. E. z. I M. 1, 1. 2 M. 23, 20 dev zweiten Nee. Jes. 40, 17. 2 M. 3, 15. 7, 4 dev 2 Nee. u. Pst- 24, 10. Diesen ausdrücklichen Erklärungen entgegen läßt ihn E. E. an einer andern Stelle sprechen s2 M. 25, 7 zweite Ree.^. Er parallelisirt dort im Namen S. die einzelnen Erscheinungen in den drei Welten, als welche er annimmt: 1) Die große Welt sMakro-- kosmos^I, die Welt. 2) die kleine Welt ^Mikrokosmos^, dev Mensch und 3) vermittelnd zwischen ihnen das Stiftszelt, und als die verschiedenen Repräsentanten des Geistigen betrachtet er nun in diesen drei Welten die Engel, die Gedanken des Menschen und die Cherubim. Er sagt dann weiter im Namen S.: „Sollte Jemand fragen : warum will Gott seine Herrlichkeit unter den verunreinigten Menschen wohnen lassen und seine reinen Enge! verlassen? soist die Antwort, daß die Herrlichkeit, welche er bei seinen Engeln wohnen Läßt, vielfach hoher ist, als die, welche bei den Menschen ruht, da jene einen weit hohern Rang einnehmen als diese." E. E. fügt nun hinzu: „der Gaon erwachte da ans seinem Schlafe, da er doch in fünf seiner Schriften sagt, die Stufe dev Menschen sei höher als die der Engel." Diese letzte Stelle ist offenbar aus Emunoth re. II!, 10 Nr. 5, nur steht bei uns nicht, wessen Stufe im Allgemeinen höher sei. Jedenfalls läßt der Widex spruch sich dahin ausgleichen, daß S. die Engel als einen augenblicklichen reinen Ausfluß Gottes betrachtet, der aber mit Er