Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1844
- Issue
- Heft 2
- Article
- Zur Entwickelungsgeschichte der hebräischen Sprachkunde, biblischen Exegese und hebräischen Dichtkunst unter den arabischen Juden im zehnten, elften und zwölften Jahrhundert [Rezension]
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 294 (sequence 34)
- Language
- German
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294 Recensionen von dm folgenden vier Mißständen führen, entweder einer sinnlich wahrnehmbaren Thatsach'e widersprechen, wie wenn es von Eva heißt (1 M. 3, 20): „sie war die Stammmutter alles Lebenden" (während doch die Thiere nicht von ihr Herkommen), oder mit einer Vernunstwahrheit in Widerspruch treten, sowie wenn es heißt (5 M. 4, 24): „denn der Herr, dein Gott, ist ein verzehrendes Feuer," oder einer andern Behauptung der Schrift entgegentreten, wie der Satz: „prüfet mich doch damit" (Mall 3, 10) dem andern: „ihr sollt nicht versuchen den Herrn, euren Gott" (5 M b, 16) oder endlich der natürliche Wortsinn mit der Überlieferung unserer Alten unverträglich sein, sowie (5 M. 25-, 3): „vierzig Schläge gebe er ihm, aber nicht wehr," während doch unsere Lehrer sagen, es sollen blos 39 Schläge sein. Die Lösung der Schwierigkeit ist nun in solchen Fällen, daß man jene Art der Anwendung aufsucht, welche die Sprache von diesen Wörtern zu machen pflegt, und die mit dem Sinne, welcher hier nothwendig angenommen werden muß, sich wohl verträgt, und eine solche Lösung wird sich dann ohne Zweifel finden. So sagen wir mit Recht, unter „alles Lebende" werden blos die Menschen verstanden, der Satz, Gott sei ein verzehrendes Feuer, ist bloß vergleichnngs- und annäherungsweise ausgesprochen, indem nämlich die von ihm verhängte Bestrafung durch verzehrendes Feuer, welches rasch dahinrafft, vollzogen wird, wie es heißt (5 M. 32, 22): „denn Feuer lodert in meiner Nase." Zwischen der Aufforderung aber, Gott zu prüfen, und. dem Verbote Gott zu versuchen, ist zu unterscheiden. Die Prüfung kann nämlich in zweierlei Art geschehen, entweder man untersucht Gottes Macht, ob er Dies oder Jenes vermag, oder man untersucht sein eignes Verhältniß zu Gott, ob man in solchem Ansehen bei ihm steht (daß er durch uns etwas zur Ausführung bringt), wobei ohne irgend einen Zweifel anerkannt wird, daß eres wohl kann (und der Zweifel nur über unsere Würdigkeit ist); Letzteres aber ist ertaubt, sowie, anch Gideon einen, solchen Versuch anftellte (Nicht. 6, 26 u. 39)»), in gleicher Weise wird nun auch in Maleachi zu einer Prüfung Gottes aufgefordert. Den Satz „du sollst ihm vierzig Schläge geben" finden wir dadurch mit der rabbinischen Überlieferung, daß es blos 39 sein sollen, vollkommen ») Angeführt bei Kirnchi z. St. 'ß « 8 8