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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1844-01-01 · Heft 2 · p. Seite 293

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1844
Issue
Heft 2
Article
Zur Entwickelungsgeschichte der hebräischen Sprachkunde, biblischen Exegese und hebräischen Dichtkunst unter den arabischen Juden im zehnten, elften und zwölften Jahrhundert [Rezension]
Date
1844-01-01
Page
Seite 293 (sequence 33)
Language
German
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Saadias. 263 gründet, die, viele Vorbereitungen und eine lange Stufenreihe erfordernd, uns eine Zeit lang der heilsamen Wahrheiten und Vorschriften untheilhast lasse, und ferner sei auch selbst bei den von der Vernunft streng befohlenen Gesetzen doch noch die bestimmte Form, Maß und Vegränzung.anzugeben nöthig gewesen. Wegen dieser schon in der menschlichen Vernunft liegenden zwingenden Verbindlichkeit des Inhalts der Bibel weist er die Annahme ab, daß die vor der sinaitischen Gesetzgebung lebenden Frommen nicht an denselben gleichfalls gebunden gewesen, sowie die andere, daß eine spätere Modificirung desselben möglich sei *). Diese. Grundsätze mußten natürlich aus die Auffassung des Vibelwortes von großer Bedeutung sein, da er für den Inhalt desselben nicht blos die einfachen Aussagen der Bibel nach ihrer natürlichen Erklärung hatte, sondern dieser noch mit anderweitig ihm feststehenden Wahrheiten in Einklag stehen mußte, er muß daher, so sehr er an dem wörtlichen Sinne festzuhalten beflissen ist, doch in vielen Fällen Umdeutungen vornehmen, und sucht dieselben, damit nicht schrankenlose Willkür herrsche, auf gewisse Grundsätze zurückzuführen. Er thut dies an einer Stelle seines Emunoth, wo er den Glauben an Auferstehung der Todten zu befestigen sucht (VII, 1), in folgender Art: „Ich finde, sagt er, daß die Schrift an vielen Orten diese Zusicherung giebft zwar lassen diese sich so umdeuten, daß sie auf einen andern Gegenstand als auf Auferstehung der Todten 'bezogen werden können, allein ich sehe nicht, daß die Spekulation dazu zwingt, den natürlichen Sinn zu entfernen, um einen andern aufzunehmen. Wir Israeliten nämlich glauben, daß Alles, was in den Büchern der Propheten vorkommt, nach seiner natürlichen Auffassung und der gewöhnlichen Worterklärung aufzunehmen ist, es müßte denn der in solcher Weise erschlossene Inhalt zu einem *) Diese in engem systematischem Einklänge stehenden Ansichten And an zerstreuten Stellen seines Emunoth we-De'oth ausgesprochen und hier nach ihrer inner« Gliederung Zusammengestellt. Vergl- III, 8. III, L ff. Einl. III, 3. HI, 9, Mit der Behauptung, daß alle mosaischen Gebote bereits in.früherer Zeit Geltung hatten u. nur hie und da der Notwendigkeit weichen mußten, stimmt jedoch nicht der (freilich in Polygl. fehlende) Zusatz zu dev Übersetzung 2 M- 6, 20: „Amram nahm seine Muhme, Zokhebed, sich zum Weibe, bevor es verboten war" (-DNN jO). Züd. Zeitschr. V. Bd. 21

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