Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1844
- Issue
- Heft 2
- Article
- Zur Entwickelungsgeschichte der hebräischen Sprachkunde, biblischen Exegese und hebräischen Dichtkunst unter den arabischen Juden im zehnten, elften und zwölften Jahrhundert [Rezension]
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 292 (sequence 32)
- Language
- German
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392 Recensronen Polyglotte 1. VI.), Nlittheilt, die Grundsätze an, welche ihn bei dieser Arbeit geleitet haben: „er wolle eine einfache Übersetzung des Tertes liefern, im Einverständnisse mit Vernunft und Tradition, er habe zuweilen durch Hinzufügung eines Wortes gesucht, den Sinn zu verdeutlichen, jedoch sich dabei nicht auf weitere Fragen eingelassen, blos den Sinn des Tertes im Auge gehabt^ der Leser möge daher genau aufmerken, es würden ihm dadurch viele Fragen und darauf bezügliche Antworten klar werden und die Übersetzung biete ihm eine sichere Grundlage, die Kenntniß des Gesetzes/nämlich der Mischnah und des Thalmud, überhaupt dessen, was die Spuren der Propheten andeuten, darauf zu erbauen." Diese beiden MaßstLbe, welche er an das Bibelwort legt und nach denen er den Sinn deutet, dienen ihm ebenso zur Erweiterung und Ergänzung des Sinnes, wie er dies an einer andern Stelle (Emunoth we-Deoth III, 10) ausspricht: „Manche Menschen unterlassen vielleicht, sich an die Bibel zu halten, weil das Einzelne der Gebote darin oft nicht auseinandergesetzt ist; allein wir haben außer dem Bibelworte noch zwei Quellen, eine, die ihm vorausgeht, das ist der Quell der Vernunft, die andere, die ihm folgt, das ist der Strom der Tradition, durch sie werden die Gebote nach Beschaffenheit und Dauer oder der Bestimmung, wie oft sie zu wiederholen seien, ergänzt." Die Übereinstimmung mit der Vernunft isi ihm das wesentlichste innere Kriterium für die Göttlichkeit und Ewigkeit des biblischen Gesetzes, und wenn er auch die Gebote in die schon von der Vernunft gebotenen und andere, welche die Vernunft nicht auferlegt und die blos durch göttliche Mittheilung geboten werden N12Ü no. OtM eintheilt, so betrachtet er doch auch letztere als durch die Vernunft sehr wohl begründet. Ja diese vollkommene Harmonie des offenbarten Gesetzes mit den aus der Vernunft resultirenden Lehren geht ihm so weit, daß ihm sogar die Frage entstehen kann, wozu denn eigentlich die Offenbarung nöthig und nütze sei, da doch das Nachdenken nothwendig zu denselben Vorschriften führen müsse, und er begegnet dieser Fragen nicht etwa damit, daß er sich doch einen Rückzug zu Übervernünftigem, das uns mitgetheilt werden müslH Vorbehalt, er findet vielmehr ^ie NM blos in der Langsamkeit und Ällmäligkeit der VernuysterkennLniß be-