Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1844
- Issue
- Heft 2
- Article
- Zur Entwickelungsgeschichte der hebräischen Sprachkunde, biblischen Exegese und hebräischen Dichtkunst unter den arabischen Juden im zehnten, elften und zwölften Jahrhundert [Rezension]
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 289 (sequence 29)
- Language
- German
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SaadiaS. 289 Söhne AharonS aber es mißverstanden und für „hineinbringen^ genommen Haben, folgendermaßen ans: „Man ersieht hieraus, wie achtsam man'sein muß auf die genaue Auffassung der Wörter in der Bibel, da selbst Nadab und Abihu, die nach Moses die Höchsten in Israel waren, die Bedeutung des Wortes verkennend und dadurch veranlaßt, fremdes Feuer hineinzubringen, das Leben verwirkten, wegen ihrer Unachtsamkeit, indem sie Moses hätten anfragen können. Deshalb waren auch die Lehrer des Thatmuds wohl bedacht, die Worte ihrer Lehrer genau wiederzugeben, damit sie in dem Sinne Nichts änderten, und stellten Dies auch als Grundsatz auf, man sei verpflichtet, einen Lehrsatz mit den eignen Worten des Lehrers wiederzugeben (vergl. 'Edujoth 1, 3). Wegen der großen Aufmerksamkeit, welche man auf die Worte der Schrift in der heiligen Sprache zu verwenden hat, nennt die Bibel denjenigen, welcher die Bedeutung willkürlich ändert, „einen Verdreher der Worte des lebendigen Gottes," wie Jeremias (23,33 bis Ende) die bezeichnet, welche das Wort UU/A falsch gebrauchen. (Er erklärt nun diese Stelle und fährt dann fort): Das ist ein ausdrücklicher Beweis, wie sehr vorsichtig man sein muß mit der Erklärung der heiligen Bücher, sowohl in ganzen Versen als in einzelnen Wörtern ^)".^— Dabei war sein Sprachgefühl sein und geschärft, und man freut, sich bei ihm der Bemerkung, welche allerdings mit dem strengen Jnspirationsbegriffe nicht wohl vereinbar ist, daß die Sprache in den verschiedenen Büchern der Bibel je nach der Individualität des Schriftstellers verschieden sei und Jesaias' Sprache „besonders rein und lieblich" sei ^). — Bei der treuen Wiedergabe des hebräischen Wortes verführte ihn aber zuweilen auch die Verwandtschaft des Arabischen mit dem Hebräischen, dem hebräischen Ausdrucke einen zwar gleichlautenden, aber doch in der Bedeutung anders nüancirten ^arabischen zu substituiren, was dm jüdischen Leser zwar nicht verwirrt, aber ihm doch ohne Kommentar nicht genügenden Aufschluß giebt über den Sinn, welchen Bechai zu 3 Mos. 1, 7 (ecl. Ven. ft IZZe); die Üehersetzung -) Shef J/Nr. 84. -