Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1844
- Issue
- Heft 2
- Article
- Zur Entwickelungsgeschichte der hebräischen Sprachkunde, biblischen Exegese und hebräischen Dichtkunst unter den arabischen Juden im zehnten, elften und zwölften Jahrhundert [Rezension]
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 281 (sequence 21)
- Language
- German
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Saadias. 28! Md schwache Seiten der Gegner rasch zu benützen, aber auch mit vielseitiger Gelehrsamkeit, mit biegsamem und beweglichem Geiste, um Ln die verschiedenen Kreise der geistigen Thätigkeit einzugehen, und überall her Waffen und Hülfsmittel zu-holen, mit denen er den Nabbimsmus befestigte und neu ausrüstete. Ein solcher Mann war Saadias ben Josef, vom Standpunkte seiner Zeit betrachtet. Geboren zu Fajum (Pithom) in Ägypten im I. 892, muß er bereits früh und angelegentlich dm Studien im umfassendsten Sinne sich hingegeben haben; schon im I. 927 verfaßte -r eine arabische Streitschrift gegen die Karäer, die vornehmlich, wenn nicht lediglich, über Zeitrechnung handelt, unter dem Titel „Buch der Prüfung" '), und im I. 933, da er sein Buch über „Glaubenslehren und sittliche Lebensregeln" (Emunoth we-De'oth), schrieb, hatte er sicher schon seine wichtigsten Werke abgefaßt, wie denn seine Übersetzung und Erklärung des Pentateuch und des Hiob, sein Kommentar zum Buche Jezirah, seine Streitschrift gegen Ehiwi ha-Khalbi und andere Werke dort ausdrücklich angeführt werden -). Im I. 928 wurde er von dem damaligen „Haupte des Erils," David b. Sakkhai, zu dem Gaonate in Sora (o. Matha Mechasia) berufen; allein schon zwei Jahre nachher'geriefter mit diesem wegen eines Rechtfalles, in dem dieser eine ungerechte Entscheidung von ihm erzwingen wollte, in erbitterten Streit, der nach dem Spruche des Divan gegen ihn und den von ihm zum Enthaupte ernannten Joschiah ben Sakkhai, den Bruder des David, und zu Gunsten dieses ansfiel, so daß er sieben Jahre lang in heimlichem Verstecke zubringen mußte, bis dann endlich durch Vermittler eine feierliche Versöhnung erfolgte; aber nur fünf Jahre erfreute er sich der Ruhe, da er bereits im I. 942 an Melancholie starb. Saadias erkannte, daß nicht in der Abschließung, sondern m der Erfrischung und wissenschaftlichen Befruchtung die Rettung des ») 28N2» bei den jüdischen Schriftstellern, welche den Titel hebräisch gaben: PV2N "DO oder völlig übersetzt: O u. O» Munk, mläitionZ S. 105 ff. 2) Einl.;!, 1; II» 3 u. 8; VI!» 1 und Napoport in der Biographie A. 1 (Bikkhure ha-Ztthim 1829 S. 25 u. 26.)