Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1844
- Issue
- Heft 2
- Article
- Zur Entwickelungsgeschichte der hebräischen Sprachkunde, biblischen Exegese und hebräischen Dichtkunst unter den arabischen Juden im zehnten, elften und zwölften Jahrhundert [Rezension]
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 278 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2929020-2929041-2929044-2932213--2943-2932378- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Recensionen 278 Lichen Schätze iu sich schloß, die andere der jüdischen Gelehrsamkeit ein gemeinsames, alle Zeiten umschließendes Band verlieh und ein eigentümliches Gepräge gab, zuerst in die-schriftstellerische Thätigkeit der Juden eingeführt zu haben. Bei den raschen Schwingungen, welche eine so mächtige Bewegung, wie die der karäischen Trennung und ihre Geistesihätigkeit erzeugte, konnte es nicht fehlen, daß man sich cm die lediglich von emenr wissenschaftlich-kritischen Principe gesteckten Gränzen nicht allgemein streng hielt, vielmehr Viele versucht -wurden, diese zu überspringen und die freie Bewegung weiter auszudehnen gesonnen waren. Darüber klagt Jefeth*) bitter, daß unter seinen karäischen Glaubensgenossen so viele leichtfüßig den festen Grund verließen, (während die geringe Schaar Rechtgläubiger als fromme Dulder dem Spotte und der Verachtung preisgegeben seien) offenbar dieselben, von denen bereits Nitronai und 'Amram Gaon sprachen und von denen sie berichten, daß sie weder den Sabbath noch die Speisegesetze hielten, und die Regeln über Schlachten und Ehescheidung vernachlässigten 2). Jehudah Ha-Parßi greift sogar eines der karäischen Hanptmomente an, nämlich, die Jahresrechnung nach dem jedesmaligen Sichtbarlverden des Mondes, aber auch von den Rabbaniten abweichend, indem er -vielmehr den Sonnenlauf', als den Jahreswechsel bestimmend, annahm und Dies auch mit Belegstellen aus der Bibel zu erweisen suchte^), offenbar derselbe, den Jeftth mit seinem arabischen Namen Abu Arnran el- Thiflisi nennt, ihn als das Haupt einer karäischen Partei bezeichnend/ „welche die astronomische Kalenderberechnnng annahm, jedoch mit Verwerfung der unter den Rabbinen geltenden Regeln für Neumond- und Festtageverschiebung sDechiothj *). Ja, selbst N In der Eml. zu Ps. 119, vergl. Munk a. a O. Nr. 11 S. 86. 2) Vergl. Zunz, gottesd. Vortr. S. 895 A. a. 3) E. E. Cinleit. Zum Pentateuch-Eommenrar, zu 2 M. 12, 2 und 8 M. 25, 9. Jggereth ha-Schabbath e. 1. Noch eine Rechnung von iym bei E. E. zu 4. M. S, 29« Munk a. a. O. Nr. 10 77. 'Der arabische Name paßte vielleicht besser zu dem gleichfalls von E. E. (2 M. 12, 5 vergl. Amoö7,14) als antithLlmudischen M Angeführten