Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1844
- Issue
- Heft 2
- Article
- Zur Entwickelungsgeschichte der hebräischen Sprachkunde, biblischen Exegese und hebräischen Dichtkunst unter den arabischen Juden im zehnten, elften und zwölften Jahrhundert [Rezension]
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 276 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2929020-2929041-2929044-2932213--2941-2932376- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
270 Recensionen hange unangemessen schien, eigenthümliche Deutungen nichts), und ebensowenig liegt es ihnen fern, symbolische Anknüpfungen an Erzählungen und Aussagen zu machen 2), sowie denn auch Jefeth, wahrscheinlich ganz nach karäischem Bewußtsein, das Hohelied, als völlig symbolischer Deutung unterliegend betrachtet Auch halten sie die Erklärung der Stellen, welche auf den Messias bezogen werden, fest und nicht minder nehmen sie die Dauer ron 410 Jahren für den ersten und von 420 für den zweiten Tempel an 6). Bereits vor Jefeth gab es viele Bibelerklärer, wie denn derselbe viele Frühere, wenn auch ohne Namen, in seinen weitläufigen Conunentarien anführt 6). Doch scheinen die frühesten Werke nicht zunächst Bibelcommentare gewesen zu sein, sondern eigentlich Zusammenstellung der noch üblichen Gesetze, wobei nun die biblische Begründung und die Erklärung der Belegstellen nothwendig war. So eristirten bereits von'Anan ein Sefer Mizwoth und ein kurzer Abriß, ferner die Werke v. Josef Kerkeßani und Benjamin Nehawendi, So erklärt 'Anan die Worte (2 M.34, 21) von der Enthaltung des ehelichen Umgangs am Sabbathe, und ähnlich erklärt Ben-Sita INdtN (das. LS, 28), man solle nicht säumensich zu verehelichen und Kinder zu zeugen, was schon Jefeth abweist, vergl. E. E. 2) So symbolifirt Jefeth die Erscheinung beim Dornbüsche folgendermaßen: der Dornbusch ist Israel, das Feuer Israels Feinde, die es aber nicht verzehren können , der Stab ist Pharao, der ehedem schwach, erst zur Schlange geworden, aber sich wieder in den schwachen Stab verwandeln müsse, der Aussatz der Hand aber sollte dem Moses andeuten, daß er nicht ungestraft Mißtrauen gegen Israel äußern dürfe (E. E. 2 M. 3, 3. 4, 4 u. 6). In der Aeußerung Hos. 4, 3. auch die Fische des Meeres würden vergehen, findet Jefeth angedeutet, daß das damalige Geschlecht noch schlimmer sei, als das der Sündfluth, da. bei diesem Ereignisse doch die Fische verschont geblieben; mit Recht fügt E. E. dieser Relation hinzu: . N'1. 2) -DO) vergl. Dukes im Orient 1843, Lbl. Nr. 33 S. 519 A. Jefeth bei E. E. zu Obad. 17 u. Zach. 8, LZ. §) E. E. zu Chag. 2, 10. b) Munk in den „israelitischen Annalen" 1841 Nr. 10 S. 76.