Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1844
- Issue
- Heft 2
- Article
- Zur Entwickelungsgeschichte der hebräischen Sprachkunde, biblischen Exegese und hebräischen Dichtkunst unter den arabischen Juden im zehnten, elften und zwölften Jahrhundert [Rezension]
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 273 (sequence 13)
- Language
- German
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Saadias. 273 mehr Gegenstand des Studiums wurde, so beschränkte sich dies zunächst auf ihren gesetzlichen Inhalt, dann aber auf die Aussprache der Wörter und die Mittel, diese festzustellen. Die ganze Thätigkeit der Alten im Sprachgebiete geht aus Sicherstellung des Textes nach phonetischen, nicht nach grammatischen Grundsätzen. Während daher die äußere Textkritik in Vocalen, Punkten und Accenten, bis auf das Speciellste, nach Anleitung der Syrer, diese aber in mehr als gewissenhaftem Verfahren übertressend, ausgearbeitet wurde und bereits die Streitigkeiten der maßorethischen Schulen, des Ven-Ascher und Ben-Nasthali, um die geringfügigsten Zeichen sich drehen, so blieb alles eigentlich Grammatische - ganz unberührt. Nur in einer vorsaadianischen Schrift, deren Ursprung nicht dem arabischen Einflüsse zuzuschreiben ist und die auch wohl aus vorkaräischer Zeit herrührt, nämlich in dem Buche Jezirah, finden sich einige, freilich auch blos die Aussprache, aber der Buchstaben selbst und deren Einteilung betreffende Bemerkungen, die natürlich noch immer den grammatischen Vau unberührt lassen *). Die 22 Buchstaben werden dort (e. 1 § 2 u. w.) in drei Elasten gethei.lt, nämlich in 1) drei Grundbuch staben was aber weiter keine Bedeutung hat, als daß sie, nämlich Alef, Mem und Schilt (e. 2 § 1), Anfang, Mitte und Ende der Buchstaben darstellen, was Anhaltspunkte zu kabbalistischen Deutungen giebt; statt Thav ist deßhalb Schin gewählt, weil ersteres der gleichfolgenden Elaste angehört, nämlich 2) sieben Doppelbuchstaben d. h., die in doppelter Werse ausgesprochen werden können c. 4 § 1), aspirirt und hart, und diese sind Beth, Gimel, Daleth, Khaf, Pe, Nesch und. Thav» wo Nesch zu den auch bei uns dafürgeltenden zutritt. Dies deutet offenbar auf die Abfassung der Schrift unter griechischem Einflüsse hin, also in Palästina, wo der Buchstabe R s^), wenn er die Sylbe beginnt, gewöhnlich aspirirt ist und seine Aspiration nur durch Verdoppelung verliert; diesen unsemitischen Einfluß in der Aussprache des Nesch kannte man in Babylon nicht, und er wurde daher auch später ganz verwischt. Wenn daher Abulwalid (angef. bei Elias Levita in der dritten Vorrede zu bemerkt, das dagessirte und aspirirte Nesch zu unterscheiden, seien nur die Tiberienser fähig, so mag dies eben nur mit Bezug auf die Stelle im Zezirah gesagt sein. Hierher dürfen jedoch nicht die bei einigen Worten sich findenden Punkte im Nesch gezogen werden,