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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1844-01-01 · Heft 2 · p. Seite 270

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1844
Issue
Heft 2
Article
Zur Entwickelungsgeschichte der hebräischen Sprachkunde, biblischen Exegese und hebräischen Dichtkunst unter den arabischen Juden im zehnten, elften und zwölften Jahrhundert [Rezension]
Date
1844-01-01
Page
Seite 270 (sequence 10)
Language
German
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Recensionen feinsondern durch selbstständige Berechnung selbst die Neumonde Und Festtage zu bestimmen, sie sich jedoch anfangs praktisch noch an die von Palästina ausgehenden Bescheide hielten, schwand dann allmalig die Sitte, durch jedesmaliges Beobachten den Neumond festzusetzen, ganz dahin- und die astronomische Berechnung ward stehend zugleich mit verschiedenartigen Regeln für die Kalenderbestimmung, und als die Karäer sich erhoben, war es so schon,, ganz gesetzlich. Dem, als auf gar keinem biblischen Grunde beruhend und, wie das Zeugniß der Nabbinen selbst nicht Ln Abrede stellt, von dem Mterthume gar nicht gekannt, traten nun die Karäer auf's Entschiedenste, entgegen und behaupten, noch jetzt könne nur nach Beobachtungen, die mit jedem Monate vorgenommen werden, der Neumond festgestellt und die davon abhängigen Festtage eingesetzt werden- und sie beriefen sich ebensowohl auf den Brauch der Vorzeitwie sie auch aus der Bibel selbst Andeutungen für diese Art der Kalenderfeststellung finden wollten (vergl. E. E. Vorr, zum Pentat.-Cömm. 2 u.^2 M^12, 2). Die ^häufigen Abweichungen in der Festtagsiier waren ein Hauptmomentdas die völlige Sectenabirennuug beförderte und befestigte, und gegenseitig reichlichen Stoff zur Anklage gab, man entweihe willkürlich die heiligen Tage. Wir haben hier sehr wesentliche Schattenseiten deh Karaismus kennen gelernt, eine weitgetriebene Consequenzmacherei, die, mit dem Leben in den krassesten Widerspruch trat, und das Festhalten an Äußerlichkeiten, welche die Zeit längst aufgegeben hatte, wie die Abweichung von Bestimmungen, welche die fortgMrittene Bildung erzeugte, und es mußte Dies, bei einem Bestreben sich zeigen, das weniger aus einem lebendigen religiösen Drange hervorging und die Berechtigung der Geschichte leugnete, so daß in späterer Zeit die Karäer selbst ihre bedeutenden Vorzüge e'inbüßten. Denn allerdings an solchen Vorzügen, die ihres großen belebenden Einflusses auch auf die Rabbaniten nicht verfehlten--gebrach es den Karäeru, namentlich in der ersten Zeit, in der sie noch mit frischen Kräften arbeiteten, keineswegs. Sie hatten die ganze drückende Last des Thalmuds abgeworfen und damit ebensowohl, eine große Masse von GlauLensansichten, die in ihrer.sagenhaften und anthropomorphifchen Ausprägung der Philosophie Hohn sprachen, wie eine große Anzahl von gesetzlichen Bestimmungen di?

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