Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1844
- Issue
- Heft 2
- Article
- Zur Entwickelungsgeschichte der hebräischen Sprachkunde, biblischen Exegese und hebräischen Dichtkunst unter den arabischen Juden im zehnten, elften und zwölften Jahrhundert [Rezension]
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 266 (sequence 6)
- Language
- German
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266 Reeensionen mit dem Wechsel der Verhältnisse und der Anschauungen auch der Ausdruck des ewigen Geistes ein anderer sei. Während die Nabbaniten daher von ihrem eigenen nüchternen exegetischen Gewissen gequält wurden und von neuen Modifikationen, waren sie auch dringend und zeitgemäß Nichts hören mochten oder doch nur spät dem allgewaltigen Leben zögernd wichen, freuten sich die Karaiten in jugendlicher Frische der freien Bahn für exegetische Studien, hielten sich ahex auch für verpflichtet, alles nicht stritt aus der Bibel Hervopgehende, wenn auch noch so Angemessene, das von den früheren Nabbinen ungeordnet war, zu verwerfen, wobei sie jedoch die Gewohnheit manchmal aus der Regel herausgehen ließ. Ihre Reform war daher mehr ein Produkt der Wissenschaft und Kritik als der belebenden religiösen Idee) ihr Maßstab war für eine jede Ansicht und jedes Gebot der, ob diese richtig aus der Bibel deducirt sind, nicht ob sie aus einem lebendigen, religiösen Streben her-- vorgehen und ihm genügen. Daher blieb ihre Opposition für die Religion ohne bedeutende Folgen, aber wirkte großartig für die Theologie und dm wissenschaftlichen Aufschwung auch unter den Nabbinen. Die Gesammtheit der Neligionsbekenner wird nicht durch die Untersuchung über die Gültigkeit einer Autorität belehrt) die Gewohnheit und das Herkommen ist ihre Autorität. Nur eine neue Idee, die ihr Inneres erfrischt und belebt, ein moralisches Interesse, das sie aus ihren: Gewohnheitsschlummer erweckt, nur sie können aus dem gewohnten Gleise sie bringen, sie emporheben. Die Infragestellung der Autorität, die Bezweiflung, der richtigen Ausdeutung von deren Sprüchen ist blos ein Gegenstand der Untersuchung für die Gelehrten', er führt sie zur Gründlichkeit, zur tiefem Erfassung des Vorliegenden, er schärst das Auge und den.Geist, aber das Herz, der Hebel der Masse, bleibt davon unberührt. Indem die Karäer nur auf. einen engeren Kreis angewiesen waren, und nicht die Hoffnung Heger: dursten, die Anhänger des Nabbinismns zu sich herüberzuzicheu, suchten sie für sich die Gebote nach ihrer Begründung in der Bibel und vernunftgemäßer Entwicklung festzustetten. Um auf diesem Standpunkte ihre NechLgläubigkeit der: -R'abbaniten gegenüber zu begründen, ließen sie cs sich auch angelegen sein, Erschwerungen, als von der Bibel vor-