Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1844
- Issue
- Heft 2
- Article
- Das Verhältniß des natürlichen Schriftsinnes zur thalmudischen Schriftdeutung
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 253 (sequence 20)
- Language
- German
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zur tlMmudischen Schriftdeutung. Eine Skizze. 253 „bat jedoch der Väter keine Brüder, so gebe man das Erbe dem Verwandten der am nächsten ist aus der Familie, der nehme es in Besitz nun aber, wird geschlossen, bedeutet die Frau, und von ihr also heißt es: er beerbe sie. Da fällt es aber der späten:Gernara auf, wie dieseDeutung doch ganz und gar dem Zusammenhänge der ganzen Stelle Widerspricht NV ^W), und ALaje will diese Schwierigkeit heben, indem er den Vers in zwei Stücke theilt und ein früherstehendes Wort nach hinten rückt, und zwar so: „hat der Vater keine Brüder, so gebe man das Erbe dem, der am nächsten ist aus der Familie,"' und nun folgt erst mit den Schlußworten Sinne: „was sein Weib betrifft, so beerbt W es.". Allein auch diese Deutung erscheint Naba — demselben Naba, der nur den.pries, welcher den Vers umzudrehen wisse — doch zu gewaltsam) „ein scharfes Messer zerschneidet die Verse!" ruft er aus, und er zieht es vor, daß er die Worte für die Deutung verwandelt in so daß es nun heißt: „man gebe das Erbe des Scheer (d. h. der Frau) ihm (d. h. ihrem Manne)." Man sieht .hier wohl, daß doch schon die Ahnung. einer gewissen unberechtigten Gewaltsamkeit sich geltend macht, aber auch daß das angeregte eregetische Gewissen sich nur zu leicht wieder beruhigt; denn wie Naba seinem eigenen Einwurfe entgangen ist) ist schwer einzusehen und ist auch Samuel ben Meir z. St. nicht zu beseitigen gelungen, und wie er gar die erstere Schwierigkeit entfernt, daß nämlich der Vers so gar nicht in den Zusammenhang passe, was doch Abaje kunstfertig beseitigt hatte, läßt sich gar nicht angeben.— So entstand nun das Gefühl, daß die Deraschah dem Verse zuweilen — wir würden sagen: meistens — eine unnatürliche Deutung unterschiebe, die man jedoch deshalb nicht abwies, und daß außer derselben noch eine natürliche „einfache" Erklärung eristire, die nun der gewundenen, gekrümmten gegenüber richtig AN2 hieß, die aber zur künstlichen eine untergeordnete Stellung einnahm. -Dieses dunkle Bewußtwerden einer doppelten Erklärungs- Weise der Schriftsteller: ließ daher zuweilen, aber doch verhättnißmäßig sehr selten, neben .der Deraschah die Frage auskommen nach der einfachen Erklärung dNVN 17'*