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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1844-01-01 · Heft 2 · p. Seite 251

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1844
Issue
Heft 2
Article
Das Verhältniß des natürlichen Schriftsinnes zur thalmudischen Schriftdeutung
Date
1844-01-01
Page
Seite 251 (sequence 18)
Language
German
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zur thalmudischen Schriftdeutung. Eine Skizze. 251 Endlich hält die Baraitha dafür, daß der Widerspruch, welchen Miriam und Aharon gegen Möses wegen seines Weibes erhoben (4 M. 12, 1), darin seinen Grund hatte, daß Moses demselben die Erfüllung der ehelichen Pflicht versagte, was aber Gott billigte, wie aus der Verteidigung des Moses und Bestrafung der Miriam hervorgeht (B. 4 ff.).- Daß jedoch Moses hier so ganz und gar seinem Ansichten sollte gefolgt sein und nicht vielmehr eine begründende Andeutung zu seinen Schritten in früheren Worten Gottes sollte gefunden haben, ist der Gemara, ihrem consequenten Verfahren nach, durchaus unannehmbar, und daher ist sie alsbald mit der Frage bei der Hand: „woher hat er sich dies gesetzlich entwickelt und sie findet auch leicht einen genügenden Anhaltspunkt in früheren Schriftsteller:; ^ja, sie begnügt sich auch für die Zustimmung Gottes nicht mit dem allgemeinen Schluffe aus den weitern Ereignissen — mit Ausnahme des ersten' Falles, wo eine sprechende Thatsache vorliegt —, sondern sie sucht auch hier eine Bibelstelle, durch deren^ Deutung sie einen > ausdrücklich zustimmenden Ausspruch erhält l-p bz), Schabbath'87-L Jebamoch 62 »). Die aus diesem Verfahren hervorgehende Schwierigkeit, daß nämlich, wenn Moses durch eine, hier so gut wie anderswo'.berechtigte, Deutung zu seinem Verfahren gelangte, dies doch nicht dem eigenen Antriebe zugeschrieben werden könne und.es dann auch gar keiner ausdrücklichen Zustimmung bedurfte, deßgleichen daß Miriam und Aharon trotz der Deutung wiedersprachen, übergeht die Gemara; sie wird aber von den späten: Rabbinen wohl gefühlt (vergl. Thosaphoth und Addereth a. a. O. und Lob ben Bezalel Ln c- 27 5 24 b, 2 e6. Vm. 1399). Diese scharfe Konsequenz verwischte nun allerdings den Ln der früheren Anschauungsweise begründeten Zwiespalt, führte vielmehr Alles und Jedes auf das biblische Wort zurück, mußte aber auch dadurch das Deutungsverfahren zu einer schwindelnden Höhe^ hinaufschrauben. Daß die Gemaristen mit diesem Verfahren eine volle Begründung erlangt zu haben glaubten, bedarf nach dem bisher Gesagten (vergl. noch oben S. 70 ff.) für den Unbefangenen keiner weitern, Ausführung: sie finden in ihm gerade die Züd. Zeitschr. V. Bd. ' 17

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