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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1844-01-01 · Heft 2 · p. Seite 250

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1844
Issue
Heft 2
Article
Das Verhältniß des natürlichen Schriftsinnes zur thalmudischen Schriftdeutung
Date
1844-01-01
Page
Seite 250 (sequence 17)
Language
German
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250 V. Das Verhältnis des natürlichen Schriftsinnes Schöpfungen man erst dann mit Überraschung Hinblicks nachdem dieser Trieb abgeschwächt ist, nicht mehr hineindenken, und so muß , es ihr unbegreiflich sein, wie jene Satzung entstehen konnte, bevor eine biblische Begründung dafür gefunden wurde) sie fragt daher (das. 29 »), ganz conftquent: 8OY 1^ „da keine biblische Begründung für die Unreinheit des dritten Gegenstandes vorhanden war, warum bestand sie denn als Gesetz?" und sie ist genöthigt, den Ausweg zu finden, man habe zwar eine biblische Begründung noch nicht gekannt, allein man habe .es durch den Schluß vom Leichtern zum Schweren: erschlossen. Wie es jedoch bei solchen Auswegen geht, eröffnet sich wieder eine neue Schwierigkeit; hatte nämlich das Gesetz zwar keine biblische, aber doch eine logische Begründung, wie konnte denn Jochanan ben Sakkhai von Besorgniß erfüllt sein, ein späteres Geschlecht werde dasselbe einst beseitigen (^slU? Wo dann nun ein Grund ausgesucht werden muß, Voesch alb man an jenem Schluffe vom' Leichtern zum Schweren: etwas aussetzen könne, ein Mangel, den zwar Jochanan selbst nicht anerkannte, der aber doch vielleicht von Andern urgirt werden könnte, so daß erst die biblische Begründung zu voller Sicherheit jener Satzung führte (das. ll). Ähnlich verfährt z. B. . die Gemara an einer andern Stelle. Bei drei Dingen glaubte die Baraitha zu finden, daß Moses aus eigenem Antriebe etwas gethan, das ihn: nicht befohlen war, doch habe dann fGott später seine Zustimmung bewiesen. So lautete der göttliche Befehl (2 M. 19, 10 u. 11), die Israeliten sollten zwei Tage sich weihen, und am dritten Tage zum Empfange der Zehngebote bereit sein; Moses aber sagte (V. 13), sie sollten zu drei Tagen bereit sein, was der Baraitha — allerdings dem richtigen Sinne entgegen, vergl. Ebn 'Esra z. St. —- so viel heißt als: sie sollten drei Tage sich weihen und an: vierten Tage vom Sinai die Stimme vernehmen: daß Gott zugestimmt, geht natürlich daraus hervor, daß erst dann, als Moses das Volk an den Berg führte, die Offenbarung stattfand (V. 17 ff). Ferner als Möses beim Herabkommen vom Sinai die Verwirrung in Israel gewahrte, zerbrach er die Gesetzestafeln (2 M. 32, 19), zu welcher Handlung er keinen Auftrag hatte, deren Billigung jedoch daraus hervorgeht, daß Gott ihn: zum zweiten Male dieselben übergab (34, 1).

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