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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1844-01-01 · Heft 2 · p. Seite 249

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1844
Issue
Heft 2
Article
Das Verhältniß des natürlichen Schriftsinnes zur thalmudischen Schriftdeutung
Date
1844-01-01
Page
Seite 249 (sequence 16)
Language
German
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zur thalmudischen Schriftdeutung. Eine Skizze. 249 erklären," sondern er steht) wie im Mischnah und Thoßeftha, dem ganz gleich, und so führt dieselbe die oben erwähnte Thoßestha nicht blos mit jenem Worte an, wie bereits oben bemerkt,. sondern auch, in ihrer selbstständigen Sprache bedient sie sich desselben in solchem Sinne (vergl. .j. Schabbath 16, 1 k. -i-5 b. j. Baba mezi'a c. 2 Ende k. 20 d und j. Horajoth 3, 7, wo das ganz dem vorausgehmden entspricht), und selbst die, Palästina ihren Ursprung verdankenden, spätem Midraschim gebrauchen das Wort noch so ^). Während die Studien in Palästina versanken, erhoben sie sich vom dritten Jahrhunderte an mit neuer Frische in Babylon; ein neuer Boden, ungeschwächte Kräfte und friedliche, äußere Verhältnisse begünstigten den dortigen Aufschwung. Die Bahn jedoch war streng vorgezeichnet, die Entwickelung der geltenden Gesetze aus der Bibel nach dem bereits von Mischnah und, Baraitha's angenommenen Verfahren war die Aufgabe, und der Nest der alten Anschauungsweise, welcher in der Mischnah noch nicht überwunden war, das Bewußtsein nämlich, daß ein großer Theil der neuen Zuthaten keineswegs Une biblische Begründung habe, wurde nun ganz beseitigt. Es war daher dem Prodnete dieses neuen Standpunktes, der^ babylonischen Gemara, das unumwundene Geständnis; der Mischnah, daß Vieles in der Luft stiege oder an . dünnen Haarfaden hange, unverständlich und es mußte umgedeutet werden, (vergl. oben S. 69), und nicht minder die Unruhe, welche sich der Mischnahlehrer zu bemächtigen begann, als sie darauf aufmerksam wurden, es fehle mancher Satzung biblische -Begründung, und die erst wich, nachdem eine solche gesunden wurde, wie dies in Mischnah Shotah'5, 2 ausgesprochen wird. Die babyl. Gemara kann sich in jenen Fortpflanzungstrieb der Satzungen, der aus sich selbst Neues schafft und auf dessen *) Die Stellen vergl. bei Zunz, gottesd. Vortr. S. Z24 Anmerk. e; doch muß daselbst die Angabe der Wortbedeutung berichtigt werden, denn nicht „mit der einfachen SchrLfterklärung sich beschäftigen Hieß MD," sondern mit der Schrifterklarnng über- , Haupt, und zwar nach dem damals üblichen gekünstelten Verfahren.

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