Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1844
- Issue
- Heft 2
- Article
- Das Verhältniß des natürlichen Schriftsinnes zur thalmudischen Schriftdeutung
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 247 (sequence 14)
- Language
- German
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zur thalmudischcn Schriftdeutung. Eine Skizze. 247 keine neuen- Gesichtspunkte austauchen. In dem Standpunkte der Mischnah und der Baraitha's im Allgemeinen verharrend, fehlt ihr die Frische und Ursprünglichkeit, aus welchen derselbe bei diesen hervorgegangen; einen kräftigen Fortschritt darin zu machen, ist ihr nicht möglich. Sie sucht daher den Widerspruch, welcher die Anschauungsweise der Mischnah belastet und bei ihr schon zum Bewußtsein durchbricht, indem die neuen Zuthaten einerseits als durch sich selbst wohlbegründet erscheinen, andererseits erst ihre Festigkeit erhalten, wenn sie' eine biblische Stelle für sich als Nachweis ausbringen können, diesen Widerspruch sucht die fernst Gemara nicht entschieden zu lösen, sie trägt ihn nur weiter mit sich fort. So wird sie durch den offenen Ausspruch der Mischnah Chagigah 1, 8, daß das Auflösen der Gelübde in der Lust schwebe, die Gesetze über Sabbath und andere Lehren Bergen, die an einem Haare hangen,- zu vergleichen seien, nicht angeregt, diesen Mangel an Begründung als einen blos scheinbaren aufzuheben; in Betreff des Auflösens der Gelübde führt sie die andern Ansichten mehrer Baraithalehrer an, in Betreff der Lehren vom Sabbathe und dergl. beruhigt sie sich vollkommen bei dem Mangel an Begründung in der Schrift, meint blos, es könne dies wohl von noch mehren Lehren gesagt werden, während alles auf mündliche Tradition zurückzuführen sei. Ebenso wundert sie verändere Hben angeführte Ausspruch aus Mischnah Shotah 5, 2 nicht, wonach eine Bestimmung getroffen war, dann für ihr Schicksal gefürchtet ward, weil es an der biblischen Begründung fehlte, endlich aber auch diese gefunden und so die Bestimmung unerschütterlich ward; hier würde ihr selbst die Tradition Nichts genützt haben, da doch diese vollkommen hätte genügen müssen, um die Dauer der Bestimmung zu sichern. Sie geht eben nur im gebahnten Weg, ohne dessen Unebenheiten aufzusuchen und den Versuch zu deren Wegränmung zu machen. Wo die Baraitha's von einzelnen Lehrern die Verwerfung einer gewissen Gattung Deraschah's berichten, da nimmt sie dieses natürlich auch auf und bildet es selbst hier und da etwas weiter aus. Für den Ausdruck das R. Jsmael in der Baraitha LNK VV ."NII hat sie, wie bereits <S. 79) bemerkt, die Formel: „es ist ein bl'oß pleonastischer