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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1844-01-01 · Heft 2 · p. Seite 246

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1844
Issue
Heft 2
Article
Das Verhältniß des natürlichen Schriftsinnes zur thalmudischen Schriftdeutung
Date
1844-01-01
Page
Seite 246 (sequence 13)
Language
German
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246 V. Das Verhältniß des natürlichen Schriftsinnes lichern Bedeutung beibehalten hatten, nicht nöthig war*). Auf diese Verschiedenheit des babylonischen n. palästinensischen Dialekts, welche nicht blos in einer sprachlichen Differenz, sondern in abweichender Betrachtungsweise begründet ist, werden wir noch später zurückko'mmen. Vorläufig hat sich uns jedoch auch bei Beachtung der einzelnen Redensarten das Resultat ergeben, daß in der Auffassungsweise der Bibel von Seiten der Mischnah und der Baraitha's keine zwei verschiedenen neben einander hergehendm Erklärungen als vorhanden angenommen wurden, vielmehr für sie die einzig richtig Vibeleregese in dem von ihnen allmälig aufgenommenen und sich erweiternden künstlichen Verfahren, lag, durch das allein der volle, wahre und eigentliche Sinn der Stelle zu ermitteln war, und dieses Verfahren keineswegs als ein blos nebensächliches Unterstützungsmittel betrachtet wurde, sondern sie es ganz ausdrücklich sagten, wenn sie eine bloße Anlehnung, einen bloßen Wink beabsichtigten.- Ganz unumwunden spricht auch die Thoßeftha diese ihre Meinung aus, daß die- Auffassung der Schrift nach dem einfachen Wortsinn eine lügenhafte sei, nicht etwa eine von den verschiedenen berechtigten Erklärungsarten) sie sagt (Megillah Ende, vergl. b. Kidduschin 49 3): m Ni „wer einen Vers nach feiner Form (wörtlich) übersetzt, ist ein Lügner, wer hinzusügt, ein Lästerer." In der Mitte also zwischen der wörtlichen Übersetzung und der willkürlichen Zuthat, welche beide verworfen werden, und als einzig berechtigt, erscheint die Ausdeutung, das reeipirte Verfahren der Deraschah. Die Gesetzstudien hatten sich in Palästina fast erschöpft; die bürgerlichen Verwirrungen drückten ein jedes geistige Leben nieder. Daher setzten sich die Studien nur kurze Zeit und matt fort, ohne weitere schöpferische Kraft, siech in der gewohnten Weise hinschleichend; das Product dieser Studien ist die jerufalemische Gemara, in der keine Lebendigkeit, keine-Schärfe bemerkbar ist, *) Daß in der Mschnah das ursprüngliche Wort beibehalten worden, ist auch ein Zeugniß für die frühe schriftliche Abfassung derselben.

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