Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1844
- Issue
- Heft 2
- Article
- Das Verhältniß des natürlichen Schriftsinnes zur thalmudischen Schriftdeutung
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 245 (sequence 12)
- Language
- German
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zur thalmudischen Schriftdeutung. Eine Skizze.. 24S und gar fremd ist. Vielmehr bietet die Erklärung zu dieser Stelle der Ausspruch in der Thoßestha Peßachim c. 10: 1 2 bO2 ,1^.1 21 2221 2 2DD .12 d^21O p 2^2^, wie es auch mit denselben Worten in der jerusalemischen. Gemara zu der in Rede stehenden Mischnahstelle (k. 7 b ed.' Sklow 1812) angeführt ist. Hier kann offenbar nicht heißen: blos ein Mal hersagen, sondern muß nothwendig die Bedeutung „ausdehnen" festhattcn, und die Stelle übersetzt werden: El'asar ben Prata erweiterte Einiges darin (in diesen Psalmen, d. h. er dehnte den Inhalt aus), Rabbi aber wiederholte Einiges darin (wiederholte manche Verse wörtlich, ohne sie paraphrastisch wiederzugeben), und was hier von bestimmten Personen gesagt wird> wird in der Mischnah als der abweichende Brauch verschiedener Orte bezeichnet, und-die Stelle muß daher übersetzt werden: „wo man den Brauch hat, Stellen zu wiederholen, thue man so, wo der Brauch ist, (nicht zu wiederholen, aber) Stellen erläuternd auszudehnen, thue man also." Diese Erklärung Ln der Thoßestha, und daher auch in der Mischnah, wird noch fernex bestätigt durch den abweichenden Ausdruck, mit welchem die babylonische Gemara (Peßachim 119 b und Ssukkhäh 39 n) diese Baraitha anführt, indem sie (El'asar ben Pratra fügte Einiges darin hinzu) statt AAD setzte offenbar ist mit beiden Worten derselbe, bereits angegebene, Sinn ausgedrückt, *) und nur weil das Wort AAA unter den Babyloniern in dieser Bedeutung nicht mehr bekannt war, verwandelte es sich in der mündlichen Lehrweise in das ihnen verständlichere welche Veränderung bei den Palästinensern, die jenes Wort in seiner ursprüng- *) Die Erklärung, welche von diesem Abaje in der b. Gemara a. a. O. giebt, ist offenbar unrichtig, auf MID durchaus nicht anwendbar^ bei der Lesart in der Thoßeftha, wo El'aser ben Prata vor Rabbi steht, geradezu unmöglich; wenn der Corrrmentator der jerusatem. Gemara, David Frankel, in z. St. diese Erklärung Abaje's auch in das Wort MIDchinein- Legsn will, so verleitet ihn, wie häufig, die Rücksicht auf die b. Gemara zur Mißdeutung der jerusalemischen.