Mannheim
Compact Memory

Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1844-01-01 · Heft 2 · p. Seite 238

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1844
Issue
Heft 2
Article
Das Verhältniß des natürlichen Schriftsinnes zur thalmudischen Schriftdeutung
Date
1844-01-01
Page
Seite 238 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2929020-2929041-2929044-2932211--2901-2932339
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

238 V. Das Verhältniß des natürlichen SchristsinneS aggadische Freiheit mit der es übrigens Jehudah ben Gai gleichfalls - sehr ernst gemeint, wie aus seinem Widerspruche gegen Joße hervorgeht — und tritt nur ein, weil Joße eben besser unterrichtet zu sein glaubte. Auch sonst kommt wohl vor, das) ein Lehrer dem andern, der in seiner Ansicht von ihm abweicht und diese Abweichung durch eine Schriftdeutung zu begründen sucht, eine solche Begründung heftig, abweist, was aber in dem Systeme nichts ausmacht, da derselbe tadelnde Lehrer an einer andern Stelle keinen Anstand nimmt, ein ähnliches Verfahren einzuschlagen. So weist Jsmael den 'Akiba mit einer gesetzlichen Bestimmung und dem -Nachweise dafür aus der Schrift mit derspöttischen Bemerkung ab: „wahrlich du sagst zur Schriftstelle: halt eur bis ich deute IZloder d. h., du lassest sie gar nicht weiter gehen, bis du künstlich herausgedeutet, was du verlangst, worauf ihm aber 'Akiba den Spott zurück giebt: „du bist eine Bergpalme," die unfruchtbar ist oder nur schlechte Früchte erzeugt, (Sifra , Abschnitt c. 13, 2 k. 144 n. ock. Dessau 1742). In dieser Art äußerte sich namentlich oft der heftige Tarfon, der, sobald ihm ein Ansspruch nicht gefiel oder er diesen nicht sogleich mit seinen Traditionen in Einklang zu bringen wußte, neben Fluch und Schwur bei dem Leben seiner Kinder, mit dem Vorwurfe heraussprudelte: „wie lauge noch stoppelst du Dinge-zusammen und Lischst sie uns ans NklU'kW 2^2^ oder ähnlich; wird ihm jedoch nachgewiesen, daß man durch irgend eine Schriftdeutung zu dieser Behauptung gekommen oder M ^0) oder ihm die Möglichkeit des Einklangs mit seinen sonstigen Behauptungen dargethan, so giebt er alsbald seine heftige Einsprache auf, ja bricht noch eher in Lob aus über die treffliche Entwickelung (vergl. z. B. Mekhiltha Abschnitt c. 4 und Joma 76 n; Sifra Anfang c. 4, 4, k 11 b. oll. D.und Sebachim 13 a; Sifre ^k11^kl2 6(1. Dyhren- *) Die hier im Sifra befindliche Lesart v'Hp N;) ist unrichtig, Jalkut z. St. liest > die Gemara hat den ganzen Passus nicht.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.